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1989 ist das Jahr der Geburtstage und Jubiläen. Wir feiern 200 Jahre Französische Revolution, 100 Jahre Eiffelturm, 60 Jahre Stadt Wuppertal. Wir erinnern uns der Verabschiedung des Grundgesetzes vor 40 Jahren und der ersten Mondlandung vor 20 Jahren. Nicht zu vergessen ist der BH, der Büstenhalter, dessen Erfindung vor genau einem Jahrhundert eine Revolution in der Damenmode auslöste. Vielleicht beflügelt das nahende Ende eines Jahrzehnts den Tatendrang der Menschheit. Vielleicht ist die Häufung der Jubiläen aber auch nur purer Zufall und mit keinerlei Logik zu erklären Der Geburtstag, aus dessen Anlaß diese Schrift entstand, will sich nicht mit den großen zeitgeschichtlichen Ereignissen messen.

Allerdings dürfen wir annehmen, daß dem Bandagisten und Orthopädisten Gerhard Beuthel jun. vor 100 Jahren die Eröffnung seines Geschäfts mindestens ebenso wichtig war wie den Franzosen ihr Eiffelturm. Zudem diskutierten 1889 die Barmer und Elberfelder ihre eigene technische Sensation - die Schwebebahn. Und diese sollte ein paar Jahre später gar nicht weit vom Stammhaus des jungen Unternehmens vorbeirattern. Mittelstraße 19 hieß die erste Adresse des heutigen Sanitätshauses Orthopädietechnik C. Beuthel.
Damit hatte sich der Bandagist und Orthopädist einen überaus guten Standort ausgesucht. Denn die Mittelstraße, inzwischen heißt sie bekanntlich Werth, war auch damals schon die bevorzugte Barmer Einkaufsmeile. Als Gerhard Beuthel jun. sich selbständig machte, konnte er auf jahrelange Erfahrungen in der bauen. Er war in das anspruchsvolle Handwerk regelrecht hineingewachsen. Denn sein Vater Gerhard Beuthel sen., approbierter Bandagist, führte eine ,,Fabrik und Handlung in Korsets und einschlägigen Artikeln". Im Adreßbuch von 1899 sind die Unternehmungen von Vater und Sohn verzeichnet. Über das Geschäft des Juniors lesen wir: ,,Spezial-Corset-Geschäft; großes Lager Deutscher-, Pariser-, Brüsseler- und Wiener-Corsets. Haupt-Depot Teufel'scher Universal-Leibbinden". 
Die feierliche Einweihung der Schwebebahn und den Besuch des Kaiserehepaares im Jahre 1901 durfte Gerhard Beuthel jun. noch miterleben. Nach seinem Tod im Jahr 1904 führte die Witwe das Geschäft weiter. Zwei Umzüge sollte das Sanitätshaus zu Anfang dieses Jahrhunderts mitmachen. Allerdings blieb die Firma Beuthel in der Mittelstraße. Zunächst fand man im Haus Nummer 19 ein geeignetes Domizil und dann im Haus Nummer 6, unmittelbar am Alten Markt. Gerhard Beuthel hatte es verstanden, sein Geschäft innerhalb weniger Jahre zu einer der führenden Adressen in Wuppertal und Umgebung zu machen.
Mit großer Sachkenntnis und viel Einfühlungsvermögen schuf Beuthel ein außergewöhnliches Vertrauensverhältnis zwischen den Kunden und dem Sanitätshaus. Gerhard Beuthel verstand sich als Helfer und Freund der behinderten und beeinträchtigten, gleich, ob sie lediglich vorübergehende Hilfe benötigten oder ihr Leben lang auf orthopädische Unterstützung angewiesen waren. Der erste Weltkrieg ließ die Zahl dieser Menschen dramatisch wachsen. Im Sanitätshaus Beuthel verhalf man vielen Kriegsversehrten zu neuem Lebensmut. Nach dem Tod der Witwe des Firmengründers 1933 kam die zweite Generation zum Zuge. Es waren unruhige Zeiten, in denen Gerhard und Curt Beuthel die Geschicke des Unternehmens in ihre Hände nahmen.
Die Folgen der ,,Machtergreifung" waren natürlich auch in Barmen, das seit 1929 Stadtteil Wuppertals war, zu spüren. Noch am 30. Januar fand vor dem Barmer Rathaus eine gewaltige Protestkundgebung statt. Drei Wochen später kam es in der Barmer Innenstadt zu Schießereien. Aber es gab auch Erfreuliches: Der Barmer Alexander Dahl stellte mit seinem Freiluftballon einen Weltrekord auf. Er erreichte die bis dahin unmöglich gehaltene Höhe von 10500 Metern. In diesen bewegten Zeiten also wurden Gerhard und Curt Beuthel Inhaber des angesehenen Barmer Sanitätshauses. Ob die Wirren dieser Jahre zur Trennung der beiden Geschäftsinhaber beigetragen haben, wissen wir nicht. Auf jeden Fall wurde noch vor dem Krieg Curt Beuthel zum alleinigen Inhaber des Unternehmens. Gerhard Beuthel eröffnete später in der Wichlinghauser Straße eine eigene Firma. 
Der 2. Weltkrieg traf auch das Sanitätshaus Beuthel hart. Inhaber Curt Beuthel wurde zur Wehrmacht eingezogen. Seine Schwester Paula Bender führte nun das Unternehmen, zu dem damals auch eine Filiale in der Elberfelder Schwanenstraße gehörte. Schließlich bereitete der Krieg auch dem Sanitätshaus Beuthel ein vorläufiges Ende. Das Firmendomizil am Alten Markt fiel 1943 dem großen Luftangriff auf Barmen zum Opfer. Ein Übergangsquartier wurde gesucht und nach Kriegsende im nahegelegenen Sparkassengebäude gefunden. Beschwerlich, aber zielstrebig ging der Wiederaufbau vonstatten. Die Orthopädisten hatten nach 1945 viel zu tun. Tausende von Kriegsversehrten waren zu versorgen. Schwierig war in den ersten Nachkriegsjahren allerdings die Materialbeschaffung. Es fehlte an allem, Kreativität und Erfindungsreichtum - ohnehin geforderte Talente eines jeden Orthopädisten - waren seinerzeit noch mehr gefragt.
10 Jahre später, 1955, hatte sich Wuppertal von den ärgsten Kriegsfolgen erholt. Rund 5 Millionen Kubikmeter Schutt waren beseitigt, ein Großteil der Baulücken geschlossen und zahlreiche neue Gebäude entstanden. Auch das Sanitätshaus Beuthel eröffnete ein neues Geschäft, und zwar in der Höhne 21, dem heutigen Standort. Eine weitere Ära begann 1965 mit der Übernahme des Hauses durch den Orthopädiemechaniker-Meister Erich Neumann, der zuvor in Gelsenkirchen ein Sanitätshaus betrieb. Curt Beuthel verstarb im Mai 1967. Seine Schwester Else Schmidt lebt heute 91jährig in Berlin. Erich Neumann, immer tatkräftig durch seine Gattin Hildegard unterstützt, knüpfte an die gute Firmentradition der Vorkriegszeit an und baute die führende Position des Hauses aus. 1968 erweiterte Erich Neumann die Büro- und Lagerräume beträchtlich.
1968 - das war das Jahr der Studentenunruhen und das Jahr des berühmten Schwebebahn-Unglücks. In Sonnborn rammte damals ein Lastwagen einen Schwebebahn-Stützpfeiler. Die Bahn war zwei Wochen lahmgelegt. In diesen bewegten Zeiten machte das Sanitätshaus in der Höhne einen kräftigen Schub nach vorne. Das Sortiment und Leistungsangebot wuchs beträchtlich.
Rehabilitationsmittel wie Rollstühle und Gehhilfen, Krankenpflegeartikel, die Stoma-Versorgung und vieles andere mehr kamen hinzu. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn man Erich Neumann als einen Pionier in der Stoma-Versorgung bezeichnet. Bei alldem trotzte Erich Neumann vielen starken Belastungen. Im Sanitätshaus Beuthel erhielten die Patienten stets die neuesten Produkte und Entwicklungen. Ebenso widmet man sich seit dieser Zeit besonders der Versorgung mit Bandagen und Kompressionsstrümpfen. Ein hochwertiges Sortiment an Wärmewäsche, Krankenpflegeartikeln und speziellen Textilien vervollständigte das Angebot des Sanitätshauses C. Beuthel. 1983 wurde die Stoma- und Reha-Abteilung ausgebaut. Neue Werkstatträume konnten ebenfalls eröffnet werden. Hildegard und Erich Neumann, obgleich mittlerweile im verdienten Ruhestand, sind bei ihren Kunden unvergessen. Sie haben das Barmer Sanitatshaus weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht.
Als Sohn Rüdiger Neumann 1987 seine Eltern im Geschäft ablöste, übernahm er einen Kundenstamm von rund 3000. Der Orthopädiemechaniker-Meister führt das Werk der vorhergehenden Generation fort. Er setzt ebenso auf die gute Zusammenarbeit mit Kliniken und Ärzten wie auf das Vertrauensverhältnis zu seinen Kunden. Kompetente Beratung und das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse und Nöte des Einzelnen sind für Rüdiger Neumann selbstverständlich.
In der Orthopädie vollzieht sich derzeit eine rasante technische Entwicklung. Immer bessere Materialien, leistungsfähigere Mechaniken und auch ein geändertes Kundenverhalten verlangen heutzutage von der Orthopädietechnik ein hohes Maß an Kompetenz und Flexibilität. Nur mit einem qualifizierten Team können die hohen Anforderungen zum Wohle der Kunden und Patienten gemeistert werden. Im Sanitätshaus Orthopädietechnik C. Beuthel bringen neben Rüdiger Neumann zwei weitere Meister ihr Fachwissen ein. Erfahrene Mechaniker und Näherinnen sowie sachkundige und hilfsbereite Verkäuferinnen, die sich als Beraterinnen verstehen, bilden das anerkannte Neumann-Team. Eine Behinderung ist heute kein Tabu mehr. Und ein Rollstuhlfahrer sucht sich heutzutage nicht nur die für ihn adäquate Technik aus, er möchte seinen fahrbaren Untersatz auch in seiner Lieblingsfarbe bekommen. Insbesondere jüngeren Unfallpatienten ist die Wiederherstelllung der äußerlichen ,,Normalität" überaus wichtig.
Hiervon kann ihre persönliche Lebensqualität entscheidend abhängen. Sportlich ambitionierte benötigen spezielle Sportprothesen. Ein Beispiel am Rande: Mit einer Unterschenkelprothese aus dem Hause Beuthel hat kürzlich ein Sportler die Hundertmeterstrecke in olympiarekordverdächtiger Zeit gelaufen. 
Andere Wünsche haben Senioren: Sie brauchen häufig besonders komfortabel zu bedienende Hilfsapparate. Der Orthopädietechniker von heute ist tagtäglich mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Und stets darf der Kunde von ihm eine schnelle und optimale Lösung erwarten. Im Sanitätshaus Orthopädietechnik C. Beuthel hat man diese immer bekommen. Rüdiger Neumann und sein Fachteam stehen dafür gerade, daß dies auch im zweiten Jahrhundert der Firmenexistenz so bleiben wird. Pünktlich zum Hundertjährigen erhielt das Sanitätshaus C. Beuthel ein neues Gesicht. Die umgestaltete Fassade wirkt modern und einladend. Dahinter wuchs das Geschäft beträchtlich. Auf insgesamt 450 qm Geschäftsfläche werden nun Sanitätsartikel und Miederwaren in eigenen Abteilungen präsentiert. Auch dies versteht Rüdiger Neumann unter Kundenservice.
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