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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Dirk Richter am 21. Dezember 2018

Hemiparese: Was hilft aktiv bei einer Halbseitenlähmung?

Laehmung

Eine halbseitige Lähmung des Körpers ist ein schwerer Einschnitt. Wodurch kann es zur Hemiparese kommen und was bedeutet das für Patienten? Wir erklären Ihnen, was hinter dem Begriff steckt und wie Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen Ihre Lebensqualität aufrecht erhalten können.Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Hemiparese führen können. Eine davon ist beispielsweise ein Schlaganfall. Grundsätzlich ist die halbseitige Lähmung keine eigenständige Erkrankung, sondern tritt nach einer Schädigung einer der beiden Gehirnhälften auf.

Was bedeutet Hemiparese?

Nach einer Schädigung einer Gehirnhälfte kann es zur Hemiparese kommen. Das bedeutet, dass eine Seite des Körpers gelähmt beziehungsweise erheblich motorisch eingeschränkt ist. Je nachdem, welche Hälfte des Gehirns betroffen ist, ist entweder die linke oder die rechte Körperhälfte gelähmt.

Da die Gehirnhälften die jeweils andere Körperhälfte steuern, tritt die Hemiparese bei der Gegenseite der betroffenen Hirnhälfte auf. Ein Beispiel dazu: Bei einem Patienten ist die linke Gehirnhälfte infolge eines Schlaganfalls geschädigt. Daraufhin kann er die rechte Körperhälfte gar nicht mehr oder nur schwer bewegen – er ist also auf dieser Seite gelähmt.

Eine Parese beschreibt einen Zustand der Lähmung, dies kann eine Schlaffe oder Spastische Lähmung sein. Während bei der Paraparese lediglich eine Extremität betroffen ist, fällt bei der Hemiparese eine Körperhälfte aus. Zudem gibt es noch die Tetraparese bei welcher alle Extremitäten gelähmt sind. Zu den Symptomen der Hemiparese erfahren Sie mehr im folgenden Abschnitt.   

Hemiparese: Symptome und Ursachen

Die Hemiparese kann sich in unterschiedlichen Symptomen äußern. Neben typischen Bewegungsstörungen im Arm und / oder Bein können auch Koordinationsstörungen auftreten. Ebenso kann es zu einer einseitigen Gesichtslähmung (Facialisparese) kommen.

Viele Patienten mit Hemiparese sind nicht nur motorisch eingeschränkt. Auch Sensibilitätsstörungen und räumlich-visuelle Störungen können auftreten, genauso wie auf den eigenen Körper bezogene Wahrnehmungsstörungen und Einschränkungen der Seh- und Sprachfunktion.

Die häufigste Form der Halbseitenlähmung ist die spastische Hemiparese. Es handelt sich also um eine krankhafte Erhöhung der Muskelspannung bzw. Muskelaktivität. Dieses erhöhte Maß an Muskelaktivität führt zu dauerhaften Verhärtungen und Versteifungen, was mit einer eingeschränkten Beweglichkeit einhergeht. Eher selten tritt die Hemiparese in schlaffer Form auf, hier ist der Muskeltonus Hypoton also verringert.  

Warum kommt es zur Hemiparese?

In wenigen Fällen geht die Hemiparese auf eine angeborene Fehlbildung einer Gehirnhälfte zurück. Die häufigere Ursache ist jedoch eine Schädigung des bereits entwickelten Gehirns. Diese kann durch unterschiedliche Ereignisse auftreten:

Hemiparese während der Schwangerschaft

Entzündungen oder Blutungen im Gehirn des ungeborenen Kindes laufen in vielen Fällen unbemerkt ab. Während bei der Geburt ebenfalls noch nichts auffällt, werden innerhalb der ersten Lebensmonate einseitige Bewegungsabläufe deutlich. Sie führen dann zur Diagnose “Halbseitenlähmung”.

Hemiparese nach einem Schlaganfall

Durch einen Schlaganfall werden die Blutgefäße, die für die Sauerstoffversorgung des Gehirns verantwortlich sind, nicht ausreichend mit Blut versorgt. Diese Durchblutungsstörungen kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten. Im Falle eines Erwachsenen kann der Schlaganfall dazu führen, dass die Hemiparese im Anschluss stark ausgeprägt und irreversibel ist.

Bei Neugeborenen, die beispielsweise während der Geburt nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wurden, kann die Hemiparese manchmal noch korrigiert werden. Entdeckt wird sie durch Halbseitenstörungen innerhalb der ersten Lebensmonate. Im Kindesalter kann der Patient jedoch noch lernen, Aktivitäten teilweise über die andere, noch gesunde Hirnhälfte zu steuern.

Hemiparese durch Hirnverletzungen

In vielen Lebenslagen und unabhängig vom Alter kann es aus anderen Gründen zu Verletzungen des Gehirns kommen. Beispiele hierfür sind Hirn- und Hirnhautentzündungen, Unfälle oder Misshandlungen. Auch auf eine Blutgefäßstörung, Blutungen oder einen Tumor kann eine Hemiparese folgen.

In den meisten Fällen bedeutet eine Hemiparese die Abhängigkeit von einem Rollstuhl. Denn der Kraftaufwand ist immens hoch, um die halbseitige Lähmung mit der anderen Seite auszugleichen. Das Sitzen im Rollstuhl oder auch Scooter – zur Unterstützung für längere Strecken – bedeutet dann eine enorme Entlastung! Auch Einschränkungen in der Hand lassen sich durch Schienen oder funktionelle Elektrostimulation verbessern. Welche Hilfsmittel aus dem Sanitätsfachhandel helfen Ihnen außerdem? Im Folgenden erfahren Sie es.

Welche Hilfsmittel helfen bei Hemiparese?

Wenn das Laufen nicht mehr so einfach möglich ist, können verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Wir möchten Ihnen den Scooter, den Rollstuhl bzw. Elektro-Rollstuhl und den Treppenlift vorstellen. Alle drei helfen Ihnen, im Alltag mobiler zu sein und auch unterwegs oder an Ausflügen mit Angehörigen teilnehmen zu können. Neben diesen Hilfsmitteln gibt es auch Orthesen und Schienen welche einem die Möglichkeit zum Laufen vereinfachen, lassen Sie sich hierzu von unserem Fachpersonal gerne beraten.

Scooter

Bei verletzungs- oder krankheitsbedingten Gehschwierigkeiten unterstützt Sie der Scooter im Alltag. Für Personen ab 15 Jahren ist er somit ein wertvolles Hilfsmittel! Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass Sie den das Elektromobil selber bedienen können. Für Menschen, die sich nicht mehr ohne fremde Hilfe fortbewegen können, ist er nicht geeignet.   

Neben einer gesteigerten Mobilität im Alltag ermöglicht der Scooter, oder auch Elektroscooter, eine aktive Teilnahme am Leben. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Scooter-Modelle, sowohl für den Indoor- als auch für den Outdoorbereich. Da sie zur Kategorie der Krankenfahrstühle gehören, dürfen Sie einen E-Scooter ohne Führerschein fahren. Mit einer ärztlichen Verordnung werden außerdem die Kosten teilweise oder ganz von der Krankenkasse übernommen.

Scooter Beratung bei Beuthel

Rollstuhl

Ein individuell angepasster Rollstuhl kann die Funktion der Beine quasi ersetzen. Je nach persönlichen Wünschen und Anforderungen, gibt es verschiedene Rollstuhl-Modelle, zu denen Sie sich im Sanitätshaus beraten lassen können. Für viele Nutzer wird ein gut angepasster Rollstuhl schließlich zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Mobilität.

Beim Beratungsgespräch werden die persönlichen Ziele herausgearbeitet, sowie der gewünschte Komfort und die Anforderungen des Umfelds. Von Vorteil ist es, wenn zu diesem Gespräch die pflegende oder begleitende Person mit anwesend ist, um den sicheren Gebrauch des Rollstuhls ebenfalls zu lernen.

Wussten Sie, dass es ganz verschiedene Arten von Rollstühlen gibt? Neben dem leichten und wendigen Aktiv-Rollstuhl gibt es den Multifunktions-Rollstuhl mit besonders vielen Einstellungsmöglichkeiten. Auch spezifisch angepasste Pflege-Rollstühle sowie Elektro-Rollstühle sind erhältlich.

Treppenlift / Treppensteiger

Wenn Sie nur schwer Stufen überwinden können, weil Sie beispielsweise im Rollstuhl sitzen, kann ein Treppenlift oder Treppensteiger ein geeignetes Hilfsmittel sein. Ein Treppenlift ist mit einem vorhandenen Sitzteil fest an der Treppe installiert. Ein Steiger ist transportabel und kann somit auch an anderen Treppen genutzt werden, indem er an den Rollstuhl montiert wird. Mit Hilfe von Motoren werden Sie dann an der Treppe entlang nach oben oder unten gefahren.

Bei einer erhöhten Sturzgefahr oder Lähmungen in den unteren Gliedmaßen sind Treppenlift und -steiger gut geeignete Hilfsmittel. Beide sind in unterschiedlichen Gewichtsklassen erhältlich und können teilweise zusammengeklappt werden.

Einen Treppenlift können Sie selber steuern, während ein Treppensteiger von einer Begleitperson bedient werden muss. Demnach kommt es auch auf Ihr Umfeld und Ihre allgemeinen Anforderungen an, welches der beiden Hilfsmittel besonders gut zu Ihnen passt.

Hilfsmittel

Fazit zur Hemiparese und was Ihnen hilft

Eine Halbseitenlähmung infolge einer Schädigung des Gehirns wird Hemiparese genannt. Dabei ist nur eine Gehirnhälfte betroffen, sodass auch nur eine (die jeweils gegenseitige) Körperhälfte gelähmt ist. Ursache für eine solche Hemiparese kann ein Schlaganfall sein, ein Unfall oder eine Verletzung. Aber auch Neugeborene können betroffen sein, wenn sie beispielsweise bei der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen haben.

Für Patienten mit Halbseitenlähmung ist es wichtig, trotzdem im Alltag mobil zu sein und am aktiven Leben teilhaben zu können. Hier können ein Scooter, ein Rollstuhl oder ein Treppenlift bzw. Treppensteiger helfen. Hilfsmittel wie diese erhalten Sie im Sanitätsfachhandel. Vor Ort können Sie sich außerdem umfangreich beraten lassen, um genau das richtige Hilfsmittel für Sie zu finden und dieses eventuell noch auf Ihre persönlichen Anforderungen und Wünsche anzupassen.

Auf jeden Fall sollte eine Therapie in Anspruch genommen werden je nach Einschränkungen der Extremitäten sollte eine regelmäßige Physiotherapie und / oder Ergotherapie erfolgen, so kann der Alltag mit der Einschränkung deutlich besser bewältigt werden.

Sollte das Sprachzentrum ebenfalls beeinträchtigt sein, zum Beispiel nach einem Schlaganfall sollte ein Logopäde besucht werden. Alle Therapien sind vom Arzt verordnungsfähig. Um den Alltag so selbstständig wie möglich zu gestalten gibt es diverse kleine Helfer, wie zum Beispiel, Schneidebretter, Besteck Griffe, Greifhilfen und viele mehr.

Bei einem Besuch in Ihrem Sanitätshaus können Sie sich auch darüber informieren und beraten lassen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Hemiparese? Und was hilft Ihnen im Alltag am meisten? Schreiben Sie gerne einen Kommentar!

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