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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Andreas Neumann am 28. Juli 2016

Krankenfahrstühle im Überblick: Rollstuhl, Treppenlift und Scooter

Krankenfahrstühle im Überblick

Schmerzen, Lähmungen, Muskelerkrankungen – ganz unterschiedliche Gründe können dazu führen, dass das Laufen einfach nicht mehr möglich ist. In der Mobilität müssen Sie sich natürlich trotzdem nicht einschränken lassen. Auf Rollen oder mit Elektromotor unterstützt, sind Sie weiterhin aktiv im Leben unterwegs. Wir erläutern Ihnen die technischen Optionen dazu, die Sie alle im Sanitätsfachhandel bekommen.

Elektromobil / Scooter

Wozu brauche ich das Hilfsmittel?

Wenn Sie längere Strecken nicht mehr so gut zu Fuß zurücklegen können, dann sichert Ihnen ein Elektromobil oder Scooter die nötige Mobilität. Dabei handelt es sich um ein offenes Leichtfahrzeug, welches elektrisch angetrieben wird. Gut kommt man damit auch über Rollstuhlrampen und durch Zugänge für Rollis.

Lassen Sie sich die Freiheit also nicht nehmen! Das Elektromobil ist ein praktischer Helfer beim Einkauf, für Ausflüge und allgemein für Wege, die mit dem Auto nicht mehr angefahren werden können. Das Gefährt ist sehr leise, so dass sowohl Gespräche als auch Spazierfahrten in der Natur möglich sind.

Was ist zu beachten?

  • Die Sitze sind in der Regel dreh- und dann arretierbar, um bequem ein- und aussteigen zu können.
  • Man braucht zur Bedienung beide Arme und muss noch selbständig auf- und absteigen können.
  • Es gibt faltbare Scooter.
  • Gepäck wird auf der Bodenplatte oder im Lenkerkorb verstaut.
  • Scooter sind motorisierte Krankenfahrstühle und brauchen keine Hauptuntersuchung
  • Fährt Ihr Elektromobil nicht schneller als 15 km/h, benötigen Sie dafür keine Fahrerlaubnis.
  • Bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h ist keine spezielle Versicherung bzw. Zulassung notwendig (es gilt die Haftpflicht), darüberhinaus müssen Sie das Elektromobil wie ein Mofa versichern (inkl. Kennzeichen).
  • Damit darf man überall mit Schrittgeschwindigkeit fahren, wo auch Fußgänger unterwegs sind (Gehwege, Fußgängerzonen, Wanderwege, Parks) – und sogar auf der Straße, wenn kein Bürgersteig vorhanden ist.
  • Geparkt werden darf auf Fahrradstellplätzen.
  • Machen Sie unbedingt eine Probefahrt, damit Sie ein sicheres Gefühl entwickeln.
  • Gut zu wissen: Falls Sie sich den Betrag nicht auf einmal leisten können, ist auch ein Finanzkauf möglich. Näheres dazu im Sanitätshaus Beuthel.

Treppensteiger / Treppenlifte

Wozu brauche ich das Hilfsmittel?

Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder anderweitig schwer Stufen überwinden können, benötigen dabei Unterstützung. Hier kommen Treppensteiger oder Treppenlifte ins Spiel. Die Steiger sind transportabel, die Lifte fest mit der Treppe verbunden.

Entweder setzt man sich auf das vorhandene Sitzteil oder montiert den Treppensteiger an den Rollstuhl – dann geht es mit Hilfe von Motoren nach oben oder unten. Alternativen sind Treppenrollstühle und Treppenraupen.

Geeignet ist solch eine Hilfe besonders bei Menschen, die an Arthrose oder rheumatischen Erkrankungen leiden, versteifte Gelenke haben, bei denen erhöhte Sturzgefahr besteht oder die von Lähmungen in den unteren Gliedmaßen betroffen sind.

Was ist zu beachten?

  • Treppensteiger werden in der Regel durch eine Hilfsperson bedient; Treppenlifte kann man selbst steuern.
  • Die Steiger sind oft besser für enge Treppen geeignet, die Lifte benötigen eine gewisse Breite für das reibungslose Funktionieren.
  • Die Treppenkanten werden nicht beschädigt.
  • Die Hilfsmittel sind für unterschiedliche Gewichtsklassen erhältlich und können teilweise zusammengeklappt werden.
  • Für mehr Sicherheit sorgen bei den Treppensteigern ausgereifte Bremsen, Wegfahrsperre, LED-Beleuchtung, höhenverstellbare Griffe.

Rollstuhl und Elektro-Rollstuhl

Wozu brauche ich das Hilfsmittel?

Ein Rollstuhl ist ein Hilfsmittel für Menschen, die aufgrund einer körperlichen Behinderung in der Fähigkeit zum Gehen beeinträchtigt sind. Individuell angepasst, ersetzt er die Funktion der Beine. Damit wird der Rollstuhl zum Dreh- und Angelpunkt Ihrer Mobilität! Je nach Handicap unterscheidet sich die Rollstuhlversorgung von Adaptiv- (Aktiv)-, über Multifunktions- und Elektro- bis zu Pflegerollstühlen. Eingesetzt werden sie entweder kurzzeitig in der Rehabilitation nach einer OP bzw. einem Unfall oder langfristig bei Krankheitsbildern wie Querschnittslähmung (Paraplegie / Tetraplegie), ALS, Amputation oder Schädelhirntrauma.

Was ist zu beachten?

  • Für die größtmögliche Selbständigkeit ist eine individuelle Anpassung zwingend notwendig.
  • Deswegen nehmen Sie sich Zeit und testen Sie Rollstühle vor Ort im Sanitätshaus. Oder nutzen Sie den Home-Service von Beuthel, um sich beraten zu lassen.
  • Sie müssen intensiv in den Gebrauch der Krankenfahrstühle eingewiesen werden und auch selbst das Fahren trainieren, um nicht zu stürzen.
  • Achten Sie auf Bequemlichkeit, denn Sie werden wahrscheinlich den Großteil des Tages im Rolli verbringen: Stimmen die Maße für Sie? Kommen Sie mit dem Material zurecht? Hilft er ihnen optimal im Alltag (Türbreiten ok?, nicht zu schwer? usw.)? Beuthel offeriert Ihnen übrigens auch eine Wohnumfeldberatung, in der diese Fragen geklärt werden.
  • Überprüfen Sie sorgfältig, wofür Ihnen der Rollstuhl Unterstützung leisten muss, lernen Sie also Ihre Bedürfnisse kennen, um exakt den Rolli zu erhalten, der Sie in der Mobilität am stärksten unterstützt. Für Rollis gibt es sehr viel hilfreiches Zubehör: Kippschutz, Speichenschutz, elektrische Schiebehilfen für den manuellen Rolli, Reflektoren, Rollstuhlzuggeräte und vieles mehr.
  • Besondere Sitzelemente für den Rollstuhl wie Abduktionskeile, Kopfstützen oder Seitenstützen (Seitenpelotten) können auch ärztlich verordnet werden, wenn das Handicap des Menschen es erfordert.

Hilfsmittel

Toilettenrollstühle und Duschrollstühle

Wozu brauche ich das Hilfsmittel?

Wird der Weg zu Toilette zu mühsam, empfiehlt sich das fahrbare WC. Der Stuhl mit integrierter Toilettenbrille und Auffangbehälter kann überall dort hingefahren werden, wo er gerade benötigt wird. Für mehr Komfort und das sichere Hinsetzen bzw. Aufstehen ist der Toilettenrollstuhl mit Rücken- und Armlehne ausgestattet.

Duschrollstühle müssen besonders korrosionsbeständig sein, und zudem sollte das Wasser ungehindert von den Materialien abfließen können. Der Duschstuhl kann mit einem Intimausschnitt, Griffen zum Schieben oder weiterem Zubehör ausgerüstet werden. Fuß- und Armstützen ermöglichen es, sich auch unter der Dusche sicher zu fühlen. Ideal ist ein höhenverstellbarer Stuhl, denn die Pflegeperson, die beim Duschen hilft, muss nicht immer dieselbe sein.

Eine große Erleichterung im häuslichen Pflege-Alltag sind Dusch- bzw. Toilettenrollstühle für Menschen, die z.B. einen Schlaganfall erlitten haben oder mit einer Querschnittslähmung leben.

Pflege zu Hause

Was ist zu beachten?

  • Achten Sie stets darauf, dass der Toilettenrollstuhl arretiert ist, wenn er benutzt werden soll, damit es zu keinen Unfällen kommt.
  • Der Toilettenrollstuhl sollte funktionierende Bremsen besitzen.
  • Es gibt den Toilettenrollstuhl auch mit schwenkbaren Armlehnen und Fußstützen, um das Umsetzen zu erleichtern.
  • Duschrollstühle sind auch faltbar und extra schmal für kleinere Bäder erhältlich.
  • Wichtig ist, die Belastbarkeit der Krankenfahrstühle zu beachten!
  • Ein Tipp, um Kosten zu sparen: Es ist eine Kombination aus Toiletten- und Duschrollstuhl erhältlich, die sehr einfach umgerüstet werden kann.

Was gehört noch zu den Krankenfahrstühlen?

  • Rollstühle mit Einarmantrieb
  • Elektrorollstühle für den Innenraum
  • Rollstuhl-Zug-/Schubgeräte zur Eigen- und Fremdnutzung
  • Rollstühle mit Stehvorrichtung
  • Zusatzantriebe für regulär handbetriebene Rollstühle
  • spezielle Rollstühle für Kinder

Fazit zu den Krankenfahrstühlen

Krankenfahrstühle erleichtern in der Mobilität eingeschränkten Menschen das Leben auf vielfache Weise. Schaffen Sie längere Strecken nicht mehr so gut zu Fuß, kommt der wendige Scooter für Sie in Frage. Ein Treppensteiger ist die Lösung für Menschen, die beispielsweise versteifte Gelenke haben und sonst oft die Wohnung nicht verlassen können Schließlich ist der Rollstuhl in seinen vielen Varianten der nützliche Ausgleich, wenn Sie Ihre Beine aufgrund von Krankheitsbildern wie einer Querschnittslähmung oder Multipler Sklerose nicht mehr bewegen können. Ein Toiletten- oder Duschrollstuhl vereinfacht den Alltag, wenn es um die tägliche Körperpflege geht und gibt dem Patienten ein sicheres Gefühl.

Wird es für Sie selbst oder einen Angehörigen langsam mühsam, ohne Unterstützung mobil zu sein? Möchten Sie gern mehr über den Einsatz von Krankenfahrstühlen wissen? Melden Sie sich gern bei uns – wir kümmern uns um Ihr Anliegen!

Foto: Invacare Modell Action 3

Scooter Beratung bei Beuthel

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