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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Tobias Meiners am 30. November 2018

Morbus Perthes bei Kindern: Die Behandlung der Hüftnekrose

Morbus Perthes bei Kindern
Plötzliches Hinken bei kleinen Kindern kann ein Anzeichen für Morbus Perthes sein. Dabei handelt es sich um eine meist gutartig verlaufende Wachstumsstörung des Hüftkopfes. Wie lässt sich Morbus Perthes bei Kindern behandeln und wie verläuft diese orthopädische Erkrankung? Hier erfahren Sie es.Ausgelöst wird Morbus Perthes durch eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. In der Mehrzahl verläuft diese Erkrankung ohne bleibende Schäden. Nur in schwerwiegenden Fällen kann es zu einer Hüftnekrose kommen. Dann können Teile des Hüftknochens einbrechen oder der Knochen teilweise absterben.


Wie häufig kommt Morbus Perthes bei
Kindern vor?

Tatsächlich handelt es sich bei Morbus Perthes um die häufigste Hüfterkrankung bei Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren: Durchschnittlich ist eins von 1.200 Kindern betroffen. Jungen erkranken häufiger als Mädchen, in einem Verhältnis von etwa 4:1. In den meisten Fällen ist nur eine Seite der Hüfte betroffen, jedoch manchmal auch beide Hüftgelenke.

Morbus Perthes Symptome: Wie macht sich die Erkrankung bei Kindern bemerkbar?

Bei Kindern im typischen Alter macht sich Morbus Perthes meist durch ein unspezifisches Hinken bemerkbar. Nicht alle Patienten leiden unter Schmerzen – nur drei Viertel geben an, überhaupt Schmerzen zu empfinden. Das Knifflige dabei ist, dass die Schmerzen häufig nicht in der Hüfte, sondern im Knie und / oder Oberschenkel auftreten. Ebenfalls ein klassisches Morbus Perthes Symptom ist eine eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks.

Bei Schmerzen im Knie oder der Hüfte, die unklarer Ursache sind, wird in der Regel das Hüftgelenk untersucht; häufig in Verbindung mit Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder sogar einem Ultraschall. Bei einem dringenden Verdacht auf Morbus Perthes wird manchmal zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht.

Mithilfe der Röntgenaufnahmen und den Ergebnissen der MRT wird dann deutlich, welcher Teil des Hüftkopfes befallen ist und ob eine Nekrose droht. Bei einer bereits bestehenden Nekrose können die Ärzte beurteilen, wie weit diese fortgeschritten ist. Auch das Stadium einer gutartig verlaufenden Morbus Perthes-Erkrankung lässt sich durch die Aufnahmen erkennen.

Das sind die 4 Morbus Perthes Stadien

Die Hüfterkrankung unterteilt sich in 4 typische Stadien. Zwar verläuft jede Perthes-Erkrankung anders, jedoch durchlebt jeder Patient alle vier Stadien und erfordert eine individuelle Behandlung.

Morbus Perthes Stadium 1: Initialstadium

In diesem Stadium zeigt sich die Erkrankung hauptsächlich durch die Bildung eines Ödems (also einer Flüssigkeitsansammlung) im Knochen. Häufig tritt eine begleitende Entzündung der Gelenkkapsel auf.

Morbus Perthes Stadium 2: Kondensationsstadium

Hier kommt es zu einer Verdichtung des befallenen Hüftkopfkerns aufgrund von Mikrofrakturen, wodurch ein gewisser Knochen Abtransport folgt; die Freiräume werden durch Bindegewebe ersetzt.

Morbus Perthes Stadium 3: Fragmentationsstadium

In diesem Stadium bricht der Hüftkopf ganz oder teilweise zusammen.

Morbus Perthes Stadium 4: Reparationsstadium

Im letzten Stadium wird der Hüftkopf allmählich wieder aufgebaut. Das bedeutet, dass der Körper nach und nach wieder stabiles Knochengewebe bildet. Hierbei kann es jedoch zu einer Ausheilung in deformierter Stellung kommen, beispielsweise, wenn es im Verlauf des Heilungsprozesses zu einer Fehlbelastung kam.

Morbus Perthes-Behandlung: So wird die Krankheit therapiert

Ziel einer Morbus Perthes-Therapie ist der Erhalt der Beweglichkeit des Hüftgelenks. Außerdem soll verhindert werden, dass die Hüfte zu stark deformiert wird und später eventuell der Knochen nicht mehr korrekt in der Pfanne sitzt. Bei bereits eingetretenen Verformungen soll die Behandlung die Gelenkkongruenz wiederherstellen, sodass Hüftkopf und Pfanne wieder zueinander passen.

Die Therapie verläuft in drei Stufen, wobei die letzte (die operative Therapie) nur bei besonders hohen Risikofaktoren durchgeführt werden muss.

1. Stufe: Beobachtung

Da Morbus Perthes mit hoher Wahrscheinlichkeit von selbst wieder verheilt, wird das Kind zunächst einmal über einen längeren Zeitraum beobachtet. Hierbei werden in regelmäßigen Abständen (alle 3 Monate) Röntgenaufnahmen gemacht, um den Verlauf der Hüfterkrankung beurteilen zu können. Solange das Hüftgelenk beweglich ist, sind keine weiteren Therapiemaßnahmen notwendig. Wichtig ist, dass das Kind auch in der ersten Stufe der Behandlung bereits geschont wird, um die Belastung der Hüftgelenks so gering wie möglich zu halten. Anstrengende Sportarten müssen so z.B. zunächst ausgesetzt werden.

2. Stufe: Konservative Therapie

In Stufe 2 steht im Vordergrund, Morbus Perthes ohne Operation zu behandeln. Sobald eine geringere Beweglichkeit des Hüftgelenks festgestellt wird, erfolgen Maßnahmen wie Krankengymnastik und Physiotherapie.

Hier sind die Ärzte auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen: Ein tägliches physiotherapeutisches Programm soll das Kind unter Anleitung der Eltern durchführen, damit die Beweglichkeit erhalten bleibt. Auch gemäßigtes Radfahren und Schwimmen haben sich als Bewegungsmaßnahmen bewährt.

Außerdem muss das Hüftgelenk entlastet werden. Hier werden Gehhilfen (Krücken) oder verschiedene Schienen und Orthesen eingesetzt. Für lange Wege wird häufig empfohlen, einen Rollstuhl zu nutzen. Dabei wird ausnahmsweise nicht an der Beweglichkeit der Hüfte gearbeitet, weil in so einem Fall die Schonung des Hüftgelenks im Vordergrund steht.

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Je älter das Kind ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass konservativ behandelt werden muss. Denn das höhere Gewicht bedeutet eine größere Belastung für die Hüfte. Die dreimonatige Kontrolle mittels Röntgenaufnahmen gehört auch hier dazu.

Für einen guten Heilungsprozess ist es besonders wichtig, die Beweglichkeit des Hüftgelenks zu erhalten. Wie die Therapie im Detail aussieht, ist von Patient zu Patient unterschiedlich, weil Morbus Perthes bei jedem Kind anders verläuft. Ausschlaggebende Faktoren für die Behandlung sind das Alter des Kindes, der klinische Befund bzw. die Bewegungseinschränkung sowie der Verlauf der Erkrankung.

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3. Stufe: Operative Therapie

Wenn das Röntgenbild zu hohe Risikofaktoren aufzeigt und keine Besserung in der Beweglichkeit des Hüftgelenks festzustellen ist, muss eine Operation erfolgen. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird der Hüftkopf zentriert oder es werden verschiedene Operationen am Becken durchgeführt, damit die Pfanne den Hüftkopf schließlich besser überdacht.

Ziel beider Operationsmethoden ist es, weiteren Verformungen vorzubeugen und den Hüftkopf wieder an seiner korrekten Stelle zu platzieren. Außerdem sollen langfristig ein gleichmäßiger Wiederaufbau des Hüftgelenks und ein uneingeschränkter Bewegungsablauf ermöglicht werden.

In vielen Fällen werden beide Operationen durchgeführt. Im Anschluss darf das Hüftgelenk unter keinen Umständen belastet werden. Deshalb wird es meistens für drei bis sechs Wochen in einer Gipsschale eingelagert. Nach dieser Zeit sind regelmäßige krankengymnastische Übungen besonders wichtig. Für drei bis sechs Wochen kann der Patient für eine zusätzliche Entlastung der Hüfte Unterarmgehstützen nutzen.

Wie ist die Prognose bei Morbus Perthes
bei Kindern?

In der Regel kann der behandelnde Arzt bei der Diagnose noch keine eindeutigen Aussagen zum Verlauf und der Ausheilung der Krankheit treffen. Schließlich spielen viele Einzelfaktoren dabei eine Rolle.

Grundsätzlich gilt, dass Morbus Perthes besser verheilt, je früher er auftritt. Außerdem ist die Prognose umso besser, je geringer der Hüftkopf befallen ist. Sollten umgekehrt sehr viele Risikofaktoren oder eine starke Einschränkung der Beweglichkeit auftreten, ist die Prognose schlechter.

Je nach Krankheitsverlauf kann Morbus Perthes gar keine Auswirkungen auf das spätere Erwachsenenalter haben. Ein erhöhtes Risiko einer Coxarthorse (Hüftgelenksarthrose) besteht allerdings, infolge dessen ist die Wahrscheinlichkeit eines künstlichen Hüftgelenks erhöht.

Grundsätzlich kann Morbus Perthes so weit verheilen, dass das Kind sich normal bewegen kann und keine erheblichen Einschränkungen in seinem Leben befürchten muss. Ob oder wie stark die Hüfte in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt ist, hängt jedoch vom individuellen Fall ab.

Fazit zu Morbus Perthes bei Kindern

Bei einem von etwa 1.200 Kindern kommt es zwischen dem vierten und dem zehnten Lebensjahr zu einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. Infolgedessen kann Morbus Perthes auftreten – ein kurzfristiger Bruch des Hüftkopfes, der jedoch bei guter Behandlung ohne Operation wieder verheilt.

Wird auf Röntgenaufnahmen oder im MRT Morbus Perthes festgestellt, muss die Hüfte vor allem geschont werden. Gezielte Krankengymnastik und physiotherapeutische Übungen gehören dann zum Alltag des Patienten. In regelmäßigen Abständen muss erneut geröntgt werden, um den Verlauf der Hüfterkrankung zu beobachten. Erst bei einer erheblichen Einschränkung der Beweglichkeit oder starken Risikofaktoren wird operiert.

Wichtig bei der Behandlung von Morbus Perthes ist der Erhalt der Beweglichkeit. Unterstützt wird die Behandlung durch die Nutzung von Gehhilfen, Schienen, Orthesen und (für längere Wege) eines Rollstuhls. Falls operiert werden muss, helfen anschließend Unterarmgehstützen bei der Entlastung der Hüfte.

Hilfsmittel für die Zeit der Behandlung oder nach der OP bekommen Sie in Ihrem Sanitätsfachhandel. Hier werden Sie außerdem persönlich beraten zur individuellen Nutzung und Anpassung.

Wie ist Ihre Erfahrung mit dem Verlauf von Morbus Perthes? Welche Hilfsmittel sind am sinnvollsten? Schreiben Sie gerne einen Kommentar!

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