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Geschrieben von Andrea Grund am 6. August 2018

Schmerzen in der Hüfte – Vier häufige Ursachen und ihre Symptome

Hueftschmerzen

Schmerzen in der Hüfte sind bei weitem nicht immer gleich mit einer Arthrose zu begründen – auch wenn diese Ursache eine weit verbreitete ist. Tatsächlich gibt es für Hüftschmerzen eine lange Reihe höchst unterschiedlicher, teils einfach zu behandelnder Gründe, die mit verschiedenen Symptomen einhergehen können. Aus diesem Grund ist für eine Behandlung von Hüftschmerzen eine gründliche Untersuchung und Anamnese eines Facharztes bzw. Orthopäden besonders wichtig.

Wir möchten in diesem Artikel eine Hilfestellung geben, Hüftschmerzen leichter einzuordnen und vermitteln einen kleinen Überblick über mögliche Ursachen, ihre Symptome und etwaige Behandlungen.

Die verschiedenen Ursachen und welche Symptome was bedeuten können

In der medizinischen Fachsprache werden Schmerzen in der Hüfte zusammengefasst auch Koxalgie genannt. Unter diesem Begriff können sich ganz verschiedene Arten von Hüftschmerzen verbergen, von denen wir im Folgenden die Häufigsten vorstellen möchten. Zu den möglichen Ursachen für Schmerzen in der Hüfte zählen z. B.:

  • altersbedingter Verschleiß (Hüftarthrose bzw. Coxarthrose)
  • Entzündungen
  • rheumatische Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht) und stoffwechselbedingte Durchblutungsstörungen (z.B. Hüftkopfnekrose)
  • Verspannungen durch Fehlstellungen oder Fehlhaltungen
  • Überlastung durch Training oder Arbeit
  • Traumata, Frakturen, Verletzungen
  • Erkrankungen des Knochensystems (z.B. Osteoporose, Osteomalazie, Morbus Paget)
  • angeborene Formveränderungen des Hüftgelenks

Hüftarthrose: Der häufigste Grund für Hüftschmerzen

Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen ist eine Arthrose in der Hüfte. Die degenerative Erkrankung ist eine chronische Gelenkveränderung. Sie entsteht in den meisten Fällen durch eine Alterung des Knorpels bzw. durch einen im zunehmenden Alter stattfindenden Abbau von gesundem Gelenkknorpel. Bei vielen Betroffenen ist die Gleit- und Pufferschicht im Gelenk mitunter soweit zerstört, dass schließlich Knochen auf Knochen trifft. Und das kann einen tief sitzenden, einseitigen Schmerz an der Lendenwirbelsäule, Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des betroffenen Hüftgelenks hervorrufen.

Eine Hüftarthrose führt oft erst in einem späten Stadium zu stärkeren Schmerzen. Typische Anzeichen für eine Arthrose in der Hüfte können sein:

  • im Frühstadium nur morgens Schmerzen, die nach ein paar Schritten wieder verschwinden
  • Hüftschmerzen einseitig nach Belastung
  • Leistenschmerz (manchmal ausstrahlend)
  • Ruheschmerzen (z.B. nachts)
  • Zunehmende Steifheit
  • Schmerzen beim Drehen des Beines um seine eigene Achse
  • Schonhinken

Auslöser für eine Hüftgelenksarthrose können neben altersbedingtem Verschleiß und Abbauprozessen aber auch Unfälle oder Verletzungen am Gelenk, angeborene Fehlstellungen oder Folgewirkungen von Stoffwechselkrankheiten sein.

Um die Hüftschmerzen zu lindern, den Knorpel zu schützen und um die Gelenkfunktion zu verbessern, können Betroffene zum Beispiel auf eine Hüft- bzw. eine Hüftgelenkorthese zurückgreifen. Diese kann vom Arzt nach vorheriger Diagnose verschrieben werden und ist im Sanitätshaus erhältlich.

Eine weitere Behandlung kann unter anderem auch mit dem Spritzen von Hyaluronsäure erfolgen, welche die fehlende Gelenkschmiere ersetzen soll. Diese Therapie zählt allerdings nicht zu den Kassenleistungen. Bei einer stark fortgeschrittenen Abnutzung kann ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Hüftschmerzen aufgrund von Entzündungen

Eine weitere, verbreitete Ursache für Hüftschmerzen können auch Entzündungen sein. Sie sitzen häufig in den Schleimbeuteln, die mit Flüssigkeit gefüllt als Polster zwischen den Knochen und  Muskeln bzw. Sehnen liegen. Schleimbeutelentzündungen lassen sich in akute oder chronische Entzündungen unterteilen. Beide Formen entstehen entweder aufgrund einer Überbelastung des Gelenks bzw. des großen Gesäßmuskels oder durch ein Einnisten von Bakterien.

Bei einer Entzündung der Schleimbeutel treten die Hüftschmerzen vornehmlich außen an der Hüfte, seltener, z.B. beim Treppensteigen, außen am Oberschenkel auf. Sie werden oft als ziehend oder stechend empfunden und setzten meist nach Belastung und Bewegen des Beines ein, können bei einer chronischen Entzündung aber auch im Ruhezustand auftreten. Bei Schleimbeutelreizungen sind außerdem Druckschmerzen möglich.

Eher selten kommt es dagegen zu einer infektiösen Entzündung des Hüftgelenks selbst. Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion direkt im Gelenk, die starke Schmerzen im Hüftgelenk und in der Leiste in Kombination mit einem schaukelnden Gangbild hervorruft. Außerdem treten Begleitsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Herzschlagbeschleunigung auf.

Sind Entzündungen der Grund für die Hüftschmerzen erfolgt eine Behandlung in erster Linie durch Medikamente.

Schmerzen in der Hüfte durch Fehlhaltungen und Fehlstellungen

Neben Entzündungen und diagnostizierten Krankheitsbildern können Hüftschmerzen auch aufgrund von Verspannungen der Oberschenkelmuskulatur, einer verkürzten Muskulatur im Lenden- und Oberschenkelbereich oder wegen eines falschen Gangs auftreten.

Verspannungen entstehen häufig bei einer dauerhaft falschen Körperhaltung bzw. einer Fehlbelastung der Hüfte: Beim ständigen Stehen auf nur einem belasteten Bein zum Beispiel. Oder, wenn Mütter ihre Kinder überwiegend auf einer Hüftseite tragen.

Treten sie aufgrund solcher Verspannungen auf, sind die Hüftschmerzen meist einseitig an der Außenseite der Hüfte bzw. an der Oberschenkelmuskulatur. Durch eine gezielte Körpertherapie mit speziellen Übungen kann die fehlerhafte Körperhaltung korrigiert und die Verspannungen wieder gelöst werden. In den meisten Fällen verschwinden die Hüftschmerzen, wenn die Fehlbelastung der Hüfte behoben ist.

Bei Betroffenen, die viel Sitzen oder sich generell zu wenig bewegen, können die Beschwerden auch aufgrund einer verkürzten Muskulatur im Bereich der Lende und des Oberschenkels auftreten. Auch in diesem Fällen können spezielle Übungen und mehr Bewegung helfen.

Schließlich können aber auch Knick-, Senk- und Spreizfüße Gründe für etwaige Hüftschmerzen sein. Knickt der Fuß aufgrund einer Fehlstellungen nach innen oder außen, wird das Hüftgelenk falsch belastet. Hier können zum Beispiel vom Arzt nach vorheriger Diagnose verschriebene, und im Sanitätsfachhandel angepasste, orthopädische Einlagen Abhilfe schaffen.

Die Zivilisationskrankheit Hüftkopfnekrose als Schmerzauslöser

Eine weitere Ursache für Schmerzen in der Hüfte kann eine Hüftkopfnekrose (Knocheninfarkt der Hüfte) sein, an der jedes Jahr in Deutschland mehrere tausend Menschen erkranken.

Die Nekrose ist eine typische „Zivilisationskrankheit“ und wird durch ein Absterben des lebenden Knochengewebes ausgelöst. Dies kann z.B. vorkommen, wenn die Durchblutung des Hüftknochens zurückgeht (Durchblutungsstörung), der Knochen demineralisiert und seine Stabilität verliert. Auslöser bzw. Hauptrisikofaktoren für diesen Prozess sind u.a. das Rauchen, zu hohe Blutfettwerte und zu viel Alkohol.

Anfangs werden die Hüftschmerzen bei einer Hüftkopfnekrose als ein schleichend beginnendes Ziehen in der Leiste oder als ein plötzlich einschießender Leistenschmerz beschrieben. Beim Fortschreiten der Krankheit kann das Hüftgelenk die alltägliche Belastung nicht mehr tolerieren und die Beweglichkeit bei Innendrehungen ist eingeschränkt. Richtig schmerzhaft wird die Hüftkopfnekrose allerdings oft erst beim Zusammenbrechen des abgestorbenen Hüftkopfes, weshalb es häufig leider erst recht spät zu der richtigen Diagnose und Behandlung kommt.

Behandelt werden kann eine Hüftkopfnekrose unter anderem durch konservative Therapien, wie z.B. Physiotherapie, durch Gewichtsentlastung, Schonung oder durch das Ruhigstellen des Hüftgelenks Mithilfe einer Hüftorthese. Außerdem sind verschiedene Arten von Operationen bis hin zum künstlichen Hüftgelenkersatz möglich.

Fazit zu Schmerzen in der Hüfte

Hüftschmerzen, auch Koxalgie genannt, können eine Vielzahl von Auslösern haben. Häufig ist eine Arthrose in der Hüfte oder eine Schleimbeutelentzündung die Ursache. Vor allem bei stärkeren, regelmäßigen oder dauerhaft auftretenden Schmerzen sollte in jeden Fall ein Facharzt bzw. Spezialist zu Rate gezogen werden.

Je früher die Ursache für die Schmerzen im Hüftgelenk oder in der Hüfte erkannt werden, desto schneller und besser können sie behandelt werden. Gerade im Frühstadium der Beschwerden können mit Medikamenten, mit verschiedenen konservativen Therapien oder speziellen Hilfsmitteln, wie z.B. Orthesen oder orthopädischen Einlagen aus dem Sanitätsfachhandel gute Ergebnisse erzielt werden.

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