Menü

Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Patrick Berkel am 8. Juli 2016

Wobei orthopädische Einlagen Ihnen helfen + 5 nützliche Tipps dazu

ortho-einlagen-01.jpg

Füßen wird von vielen Menschen kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sollen einfach funktionieren, und man merkt gar nicht, was sie den ganzen Tag leisten müssen. Erst wenn Schmerzen im Fuß, den Beinen und im Rücken auftreten, überlegt man, etwas mehr für die Fußgesundheit zu tun. Dabei sind medizinische Einlagen eine gute Entscheidung und können helfen, wieder unbeschwerter durch den Tag zu gehen. Das sollten Sie dazu wissen:

Was sind orthopädische Einlagen und sensomotorische Einlagen?

Orthopädische Einlagen

Orthopädische Einlagen sind eine individuelle Fußbettung für den Schutz der Füße, die Stütz- und Polsterfunktion in sich vereinen. Gut angepasste orthopädische Einlagen können durch einen gezielten Einsatz positiv auf die Funktion der Muskulatur, den Gang und die Körperhaltung einwirken.

Da unterschiedliche Fußprobleme auch unterschiedliche Lösungen brauchen, gibt es die Einlagen aus vielen verschiedenen Materialien:

  • Weichpolster- oder Weichschaumeinlagen (z.B. für Diabetiker)
  • Kork- und Ledereinlagen mit dreiviertel oder langen Sohlen (z.B. bei Fußfehlstellungen)
  • Kunststoffeinlagen (z.B. bei Beinfehlstellungen)
  • Sporteinlagen (z.B. bei außergewöhnlichen Belastungen)

Sie werden individuell vom Orthopädietechniker gefertigt, um genau Ihr Bedürfnis zu stillen, wie das Fußleiden, die Rückenschmerzen oder die Kniebeschwerden. In der Regel können sie ganz einfach in normale Schuhe eingelegt werden und bleiben damit unauffällig für die Umwelt.

Sensomotorische Einlagen

Während sich die orthopädischen Einlagen an Knochen, Gelenken und Weichteilen orientieren, richten sich sensomotorisch (oder auch propriozeptive) Einlagen gezielt an die Muskulatur (z.B. bei Knick- oder Senkfüßen). In den vergangenen Jahren stieg die Nachfrage für diese Einlagen stark an.

Die Rezeptoren der Fuß- und Beinmuskulatur werden in der Tiefe stimuliert, um die Muskeln positiv zum An- und Entspannen zu bringen. Das eventuell eingeschliffene Ungleichgewicht in den Muskeln an Fuß und Bein wird damit unterbrochen und Schmerzen gelindert. Auch das Gehen fällt vielen Patienten mit solch einer aktiven Einlage viel leichter. Übrigens kann es durch die neue Stimulierung der Muskulatur am Anfang auch zu Muskelkater kommen, das ist nichts Ungewöhnliches…

Wann brauche ich Einlagen?

Kurz gesagt: Wenn Sie Schmerzen haben. Spätestens bei Beschwerden in den unteren Extremitäten sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Erste Anzeichen, dass Ihnen Schuheinlagen den Alltag erleichtern können, sind auch müde, schwere Beine, ein Abknicken der Füße oder ein unrunder Gang. Eine Gangbildanalyse, die im Sanitätshaus Beuthel durchgeführt werden kann, bringt Gewissheit, ob bei Ihnen eine Fußfehlstellung vorliegt.

Wie erhalte ich meine passende Einlage?otho-einlagen-02.jpg

Im Sanitätshaus finden Sie eine sehr große Auswahl an medizinischen Fußbettungen:

  • korrigierende Einlagen
  • stützende Einlagen
  • bettende Einlagen auf Gel-Basis
  • Einlagen zur Ruhigstellung (z.B. nach einer Operation)
  • Einlagen zum Ausgleich von Bein- oder Fußlängenunterschieden
  • Einlagen zur Stoßdämpfung (Sporteinlagen) usw.

Ist vom Arzt und/oder durch eine Tritt-Analyse erkennbar, warum Sie Schmerzen im Fuß, im Bein oder im Rücken haben, können Sie sich per ärztlicher Verordnung zwei paar Einlagen für die Schuhe pro Jahr verschreiben lassen.

Was kosten Einlagen für die Schuhe?

Natürlich müssen Sie die Unterstützung für mehr Lebensqualität nicht auf Rezept einfordern, sondern dürfen sich auch im Fachhandel frei entscheiden. Dann müssen Sie jedoch die individuellen Kosten übernehmen. Hochwertige Einlagen können je nach Aufwand und Material bis zu 150.- Euro kosten.

Wie kann mir eine orthopädische Einlage helfen?

Je häufiger Sie Ihre Einlagen tragen, umso besser ist die Wirkung. Das heißt: Möglichst jeden Tag in die Schuhe mit den Einlagen schlüpfen. Aber natürlich muss die Einlage auch genau so gebaut sein, um Ihren Schmerz zu bekämpfen oder Ihnen wieder zu mehr Beweglichkeit zu verhelfen. Dann können orthopädische Einlagen eine Therapie für ganz verschiedene Fußfehlstellungen sein.

Das Wichtigste ist die richtige Diagnose, um gezielt mit den Einlagen eine wirksame Therapie zu beginnen! Einfach nur ein Rezept ausstellen – das ist also nicht der richtige Weg. Der Orthopädieschuhtechniker, der Ihre Einlage auf Maß fertigt, braucht eine genaue Spezifikation, um eine hohe Qualität abliefern zu können. Und Ihnen den bestmöglichen Nutzen mit seinem Handwerk zu liefern. Denn auch unter den Orthopädietechnikern gibt es durchaus Unterschiede in der Qualifikation.

Diese Indikationen sprechen für orthopädische Einlegesohlen, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben kann:

  • Knick-Senk-Fuß
  • Spreizfuß
  • Hohlfuß
  • Plattfuß
  • Fersensporn
  • Hallux valgus (am großen Zeh)
  • Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksathrose)
  • rheumatische Erkrankungen und daraus resultierende Fußfehlstellungen
  • Diabetes mellitus und daraus resultierende empfindliche Fußsohlen
  • instabiles Sprunggelenk
  • Schmerzen in den Mittelfußknochen
  • Unterstützung der Fußsohle bei zu wenig Weichgewebe
  • nach Operationen, wenn das Fußgewebe noch geschont werden muss
  • zum Ausgleich von unterschiedlich langen Beinen und Füßen (bis zu 10 mm)

Vor allem bei Fußfehlstellungen wie dem verbreiteten Knick-Senk-Fuß werden mit Einlagen gute Ergebnisse erzielt, weil diese das Fußgewölbe stützen und aufrichten. Damit verbessert sich auch insgesamt die Körperhaltung und der Patient läuft viel gerader.

Warum Beratung bei orthopädischen Einlagen so wichtig ist

Kein Fuß ist wie der andere, deswegen ist eine “Einlage von der Stange” oder aus dem Discounter auch nicht empfehlenswert. Und woher sollen die Hersteller dieser Einlagen auch wissen, welches Problem Ihre Beschwerden verursacht?

Lassen Sie deshalb den Arzt unbedingt Ihre Füße eingehend untersuchen, damit die perfekte Einlage für Sie von spezialisierten Handwerkern angefertigt wird. Der Mediziner sollte die Gelenke untersuchen, die Haut auf Druckstellen überprüfen und die Fuß- bzw. Beinstellung kontrollieren.

Dann wird der Fußdruck gemessen: Das geschieht elektronisch mittels einer Platte, auf der der Patient auch einen Abrollvorgang absolviert. Nun kann exakt herausgefunden werden, wo sozusagen “der Schuh drückt”, also der Schmerz entsteht. Wo herrscht die größte Belastung? Wo braucht die Sohle Hilfe?

Mit diesen Daten geht es zum Orthopädieschuhtechniker ins Sanitätshaus, der nun Ihre individuell passende Einlage fertigt. Möglich ist bei etwas kniffligen Fällen auch ein dreidimensionaler Gipsabdruck Ihres Fußes, um alle Maße wirklich genau zu erfassen.

Sind Sie nach mehrmaligem Tragen noch nicht zufrieden mit den neuen Einlagen, kann natürlich nochmals nachgearbeitet werden.

Was kosten Einlagen – wie viel muss ich bezahlen, wie viel die Krankenkasse?

Wie weiter oben bereits erwähnt, zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse nach ärztlicher Verordnung zwei Paar pro Jahr. Denn beim regelmäßigen Tragen nutzen sich orthopädische Einlagen ab und sollten auf Wirksamkeit überprüft werden.

Wie bei allen Hilfsmitteln, hat der gesetzlich Versicherte einen Eigenanteil zu bezahlen. Dieser beträgt 10% der Kosten der Verordnung, aber nicht mehr als 10 Euro (außer, Sie sind von Zuzahlungen befreit). Wird ein weiterer Aufschlag fällig, handelt es sich um eine wirtschaftliche Zuzahlung. Sie wird dann erhoben, wenn es sich um höherwertige Einlagen handelt, die Ihnen noch mehr Lebensqualität geben. Ihr Sanitätshaus, welches Sie übrigens frei bei der Versorgungserbringung wählen können, muss Sie darüber jedoch im Vorfeld informieren.

Wir meinen, es ist im Interesse Ihrer Gesundheit, sich echte Maßeineinlagen anfertigen zu lassen: Unsere Füße müssen tagtäglich Schwerstarbeit leisten und lassen es uns spüren, wenn wir sie nicht pfleglich behandeln!

Sind Sie privat versichert, gehen Sie meist in Vorleistung, wenn Sie Ihr Rezept vom Arzt einlösen. Die Rechnung (Quittung) reichen Sie zusammen mit der Verordnung bei Ihrer Kasse oder der Beihilfe ein. Je nach individuellem Vertrag werden die Kosten des Hilfsmittels dann übernommen. Eine pauschale Aussage hierzu ist nicht möglich.

Nützliche Tipps für Ihre Schuheinlagen

  • Bringen Sie Ihre Schuhe mit zum Arzt oder ins Sanitätshaus: Das hilft beim Anpassen der Einlagen.
  • Die Fußbettungen niemals auf der Heizung trocknen.
  • Ein Umtausch ist nicht möglich, weil die Einlagen individuell gefertigt werden!
  • Nach einigen Tagen des Gebrauchs sollten Sie Ihre Füße auf Druckstellen oder Reibungspunkte untersuchen, die trotz Maßanfertigung vorkommen können (wichtig vor allem für Diabetiker!), dann nochmals die Einlagen korrigieren lassen.
  • Und was hilft noch, um seinen Füßen Gutes zu tun? Barfuß laufen (nicht bei verletzungsempfindlichen Füßen), Fußbad, Creme und gute Nagelpflege.

Fazit zu orthopädischen Einlagen

Orthopädische Einlagen können sehr gut bei einer Reihe von Krankheitsbildern die Therapie unterstützen: vom Senk-Knick-Fuß über Fersensporn bis zu Diabetes. Die besten Ergebnisse – weniger Schmerzen – erzeugt man, wenn sie vom Orthopädieschuhtechniker auf Maß gefertigt werden. Dazu braucht es eine gesicherte Diagnose vom Arzt, der Ihnen auch eine Rezept für orthopädische Einlagen ausstellen kann. Um Fußfehlstellungen zu erkennen, hilft ebenfalls eine Gangbildanalyse, die auch im Sanitätshaus angeboten wird. Sind falsch belastete Muskeln Auslöser für Ihre Fuß- oder Beinbeschwerden, können sensomotorische Einlagen sinnvoll sein.

Sind Sie noch “gut zu Fuß” oder haben auch Sie Schmerzen beim Laufen? In unserem Sanitätshaus finden Sie eine riesige Auswahl an Einlagen. Erfahrungsberichte von Lesern, die bereits orthopädische Einlagen nutzen, sind auch herzlich willkommen!

Hilfsmittel

Kommentare