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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Simone Kather am 18. Mai 2016

5 Gründe für einen ambulanten Pflegedienst bei der häuslichen Pflege – und 5 Tipps wie Sie einen guten finden

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Der ambulante Pflegedienst ist für viele Menschen mit einem pflegebedürftigen Angehörigen eine immens große Unterstützung. Die Leistungen, die die professionellen Pflegekräfte erbringen, helfen sehr vielen Menschen, die Herausforderungen zu bewältigen, die die häusliche Betreuung von Familienmitgliedern verlangen. Wir erklären Ihnen, wie Sie solch ein Pflegedienst entlasten kann und wie Sie den optimalen Dienst finden.

Die Aufgaben eines ambulanten Pflegedienstes

Ambulant bedeutet hier: Pflege zu Hause und eben nicht stationär in einer Einrichtung. Sie ist daher gleichzusetzen mit der häuslichen Pflege. Entweder kümmern sich ausschließlich Angehörige (auch Freunde oder Nachbarn), ein professioneller Pflegedienst oder in Kombination beide um den zu pflegenden Menschen.

Unterteilt werden die Leistungen in Grundpflege (a), hauswirtschaftliche Versorgung (b) und medizinische Behandlungspflege (c). Dazu zählen:

(a) Grundpflege

  • Hilfe beim Waschen und Anziehen, Kämmen, Rasieren
  • Wäsche wechseln
  • Lagern und Betten
  • Hilfe beim Toilettengang
  • Kontrolle der Nahrungsaufnahme (auch Zerkleinern und Anreichen der Mahlzeiten, kein Kochen!) und Flüssigkeitszufuhr
  • Hilfe beim Aufstehen und Laufen
  • Pflege und Reinigung von Zahnprothesen
  • Fuß- und Nagelpflege

(b) hauswirtschaftliche Versorgung

  • Reinigen der Wohnung, Betten machen
  • Spülen
  • Waschen von Wäsche und Kleidung, Bügeln, Aufräumen
  • Einkäufe
  • Zubereiten der Mahlzeiten (Kochen, auch Aufstellen des Speiseplans)
  • Heizen der Wohnung
  • Behördengänge
  • Begleitung bei Besuchen der Arztpraxis und Apotheke

Leistungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung werden von der Pflegekasse in einer bestimmten Höhe übernommen (§14 SGB XI). Voraussetzung ist die Einstufung in eine Pflegestufe. Der Pflegedienst muss für die Kostenübernahme einen Rahmenvertrag mit der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgeschlossen haben.

(c) Behandlungspflege

  • Versorgung mit Verbänden und Wundbehandlung
  • Einläufe und Legen eines Blasenkatheters
  • medizinische Bäder
  • Kontrolle von Blutdruck oder Blutzucker
  • Medikamenteneinnahme und -kontrolle, z.B. Augentropfen
  • Injektionen

Sie brauchen dafür ein Verordnung vom Arzt über “Häusliche Krankenpflege” und diese Aufgaben sollten nur ausgebildete Krankenpflegekräfte übernehmen. Abgerechnet wird hier mit der Krankenkasse, nicht mit der Pflegekasse.

Diese 5 Gründe sprechen für einen ambulanten Pflegedienst

1. So lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden Der Pflegebedürftige bleibt im gewohnten Umfeld – und behält so ein großes Stück Freiheit und Individualität. Vielen Menschen, vor allem älteren, fallen eine große Umstellung und ein Umzug oft schwer. Ein radikaler Wechsel kann sich sogar negativ auf den Allgemeinzustand auswirken. Bleibt man weiterhin zu Hause, gehen auch wichtige freundschaftliche und nachbarschaftliche Kontakte nicht verloren und der Lebensmut steigt.

2. Entlastung für den Pflegebedürftigen und die Angehörigen In erster Linie entlastet ein Pflegedienst natürlich alle Beteiligten. Häusliche Pflege erfordert Engagement und viel Energie. Tag und Nacht für den Pflegebedürftigen da zu sein, wirkt sich für die Pflegeperson auf lange Sicht auch gesundheitlich aus. So können Rückenprobleme entstehen oder man ist nervlich angespannt. Übernimmt ein professioneller Pflegedienst die körperlichen Anstrengungen, bleibt mehr Zeit für die schönen Dinge mit dem Angehörigen, zum Beispiel ein Spaziergang. Zudem ist man freier in der Einteilung seiner Tagesplanung, muss sich aber auch um vieles selbst kümmern.

3. Professionelle Hilfe schützt vor möglichen Fehlern in der Pflege Egal ob plötzlich durch einen Schlaganfall oder schleichend durch eine chronische Erkrankung des Angehörigen – wer in die Lage versetzt wird, pflegen zu müssen, ist fast immer ein Laie auf dem Gebiet. Zwar ist eine regelmäßige Pflegeberatung durch Experten laut Gesetz verpflichtend (§37 Abs. 3 SGB XI), doch ob man immer auf alle Situationen vorbereitet ist...?

Examinierte Pflegekräfte haben da natürlich einen großen Vorteil: Sie wissen, wie der Patient am besten pflegerisch versorgt wird und können damit Fehler in der Pflege vermeiden. Zudem ist es pflegebedürftigen Menschen in einigen Fällen auch ganz recht, intime Angelegenheiten wie den Toilettengang von professionellen Helfern begleiten zu lassen, um unangenehme Situationen zwischen den Angehörigen zu umgehen.

4. Mehr Geld von der Pflegeversicherung Übernehmen Sie als Angehöriger allein die Pflege für Ihren Verwandten und dieser hat eine Pflegestufe, steht ihm Pflegegeld als Leistung der Pflegeversicherung zu. Wie hoch es aktuell in 2016 ist, erfahren Sie hier. Das Pflegegeld allein jedoch reicht lange nicht für den Wegfall eines vollen oder halben Gehaltes, weil man oft für die Pflege zu Hause beruflich kürzer treten muss.

Wählen Sie jedoch die so genannte Kombinationsleistung, wobei sich Familie und die ambulante Hilfe die Aufgabe teilen, gibt es einen höheren staatlichen Zuschuss (je nach Pflegestufe). Diese Leistung ist im Übrigen flexibel, so dass man schnell auf geänderte Bedürfnisse des Patienten reagieren kann.

5. Unterstützung in Notfällen Bei der Auswahl des ambulanten Pflegedienstes sollten Sie darauf achten, dass es auch eine Rufbereitschaft über 24 Stunden für Notfälle gibt. Brauchen Sie dann akut nachts Hilfe, ist dann gleich jemand für Sie und Ihren Angehörigen da, der Sie unterstützen kann.

5 nützliche Tipps, woran Sie einen guten Pflegedienst erkennen

1. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Ein guter Pflegedienst ist zunächst einmal der, bei dem Sie und Ihr Angehöriger sich wohlfühlen. Bedenken Sie, dass die Pflegekräfte sich zum Teil allein in den privaten Räumlichkeiten aufhalten – ohne Vertrauen geht das nicht. Und der Pflegebedürftige begibt sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände der “fremden” Helfer. Sie müssen sich auf den ambulanten Pflegedienst verlassen können und er sollte Zeit sowie Interesse für Ihre Probleme haben.

2. Sie brauchen Flexibilität Natürlich ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter des Pflegedienstes an vereinbarte Zeiten halten, um den Tag planen zu können und dem Pflegebedürftigen auch Struktur im Leben zu geben. Trotzdem zeichnet sich ein toller Dienst auch dadurch aus, dass er flexibel reagieren kann, stehen spontane Termine oder Wünsche des zu Pflegenden an. Und der auch Mitarbeiter wechselt, wenn es zwischenmenschlich nicht so gut klappt! Für Notfälle ist räumliche Nähe wichtig, ebenso ist ein Notdienst für die Nacht und das Wochenende wünschenswert (24-Stunden-Pflege).

3. Ein Netzwerk muss sein Hören Sie auf Mund-zu-Mund-Propaganda: Welchen Pflegedienst nutzen Freunde und Bekannte? Persönliche Erfahrungen sind die wertvollsten. Fragen Sie beim Erstgespräch nach, wie gut vernetzt der Pflegedienst ist: Kennt er alle wichtigen Ansprechpartner für soziale Dienste, bei der Kommune oder im medizinischen Bereich? Auch wichtig: Ist er Ihrem Hausarzt bekannt? Empfehlenswert sind Pflegeberatungsstellen, um sich ein Bild über die Dienste in Ihrer Stadt zu machen.

4. Fachliche Kompetenz Die Basis eines hervorragenden Pflegedienstes ist selbstverständlich sein fachliches Können. Fragen Sie nach Zeugnissen oder besonderen Ausbildungen der Mitarbeiter. Ein guter Pflegedienst weist Sie unter anderem bei der Beratung darauf hin, was von den Krankenkassen übernommen wird und was Sie privat zahlen müssen. Scheuen Sie sich nicht, auch bei den ersten Besuchen dabei zu sein, um zu sehen, wie die Pflegefachkraft mit Ihrem Angehörigen umgeht. Übrigens dürfen Sie auch jederzeit den Pflegedienst wechseln, sollten Sie nicht zufrieden sein.

5. Offenheit zwischen Pflegekräften und beim Pflegevertrag Wie wirken Pflegedienst und Mitarbeiter auf Sie beim Gespräch? Herrscht eine freundliche Atmosphäre auch zwischen den Kollegen? Ist alles sauber? Ein wichtiger Punkt ist ebenfalls, dass man Ihnen ausreichend Informationsmaterial sowie den Pflegevertrag vorab zum Prüfen gibt. Achten Sie darauf, wie dieser formuliert ist: Sind alle Leistungen und Kosten klar erkennbar?

Fazit

Der ambulante Pflegedienst unterstützt Sie bei der häuslichen Pflege. Voraussetzung, um die Leistungen in Anspruch zu nehmen, ist die Einstufung des Pflegebedürftigen in eine Pflegestufe. Einen guten Pflegedienst erkennen Sie an seiner fachlichen Kompetenz, einen ausgeprägten Netzwerk zu Trägern der Sozialhilfe und Ärzten, einer Wohlfühl-Atmosphäre, Flexibilität und Offenheit, vor allem bezüglich Leistungen sowie Kosten. Nützlich ist der Dienst für Pflegepersonen und Pflegebedürftige: Er bringt Entlastung für beide Seiten, ist in Notfällen für Sie da, bewahrt vor Fehlern in der Pflege und hilft, solange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Außerdem gibt es höhere staatliche Zuschüsse, wenn Sie eine Kombinationsleistung wählen statt dem Pflegegeld allein.

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