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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Sylvia Neumann am 4. August 2016

Schmerzen im unteren Rücken bekämpfen: Das hilft gegen das Kreuz mit dem Kreuz

Rückenschmerzen

Rund 80% der Deutschen kennen ihn – den Schmerz im Rücken. Um ihn zu bekämpfen, ist es wichtig ihn gut zu lokalisieren und seine Ursachen zu kennen. Denn Schmerz ist nicht gleich Schmerz! In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf den unteren Rücken, der am meisten betroffen ist: Wo kommen die Kreuzschmerzen her und was hilft dagegen?

Mal ist es, als ob 1000 Nadelstiche durch den Körper fahren, mal ist ein dumpfer, chronischer Schmerz oder von jetzt auf gleich hat man so heftige Beschwerden, dass ein Aufrichten nicht mehr möglich ist. Dann “hat man es im Kreuz” oder “die Hexe hat geschossen”. Umgangssprachlich werden damit Beschwerden angesprochen, die sich auf den unteren Bereich des Rückens beziehen, den Lendenwirbelbereich, direkt über dem Gesäß, an dem auch Kreuz- und Steißbein sitzen.

Was hilft effektiv gegen Schmerzen im unteren Rücken?

Selbstverständlich stärken Sie Ihren Rücken, indem Sie ihn trainieren. Hier helfen zum Beispiel Übungen aus der Rückenschule. Auch Verspannungen durch Fehlhaltungen beim Sitzen gilt es zu vermeiden. Gesunde Ernährung, viel Bewegung, Auszeiten zum Stressabbau, ein warmes Bad: Eine ganze Menge können Sie ohne großen Aufwand für ein Leben ohne Schmerzen im Kreuz tun. Im Sanitätshaus finden Sie aber zusätzliche, praktische Hilfsmittel, um Ihre Schmerzen im unteren Rücken effektiv und schonend zu bekämpfen. Das sind unter anderem:

Massagen und Akupressur

  • Eine Akupressur-Matte ist eine Wohltat bei schmerzenden Muskeln, denn Akupressur wirkt durchblutungsfördernd und aktiviert den Energiefluss. Die Matte kommt zum Einsatz bei Schmerzen, Stress, Muskelkater und Schlafproblemen und kann ganz individuell auf den Schmerzpunkt einwirken.
  • Ein Shiatsu-Massage-Kissen sorgt für eine punktgenaue Entspannung: Seine Massageköpfe rotieren paarweise, Licht- und Wärmefunktion kann zugeschaltet werden und es ist vielseitig einsetzbar für die unterschiedlichsten Körperbereiche.
  • Ein Infrarot-Massagegerät bietet eine kraftvolle Klopfmassage, um sich auch zu Hause so entspannt wie im Wellness-Tempel zu fühlen. Zur Unterstützung der Massage ist Infrarotwärme separat zustellbar, was vor allem bei Verspannungen eine Wohltat ist.
  • Die Massage mit einem Roller ist besonders für die Lockerung der langen Muskulatur entlang der Wirbelsäule optimal. Das Gerät unterstützt die Kreislauffunktion, regt den Stoffwechsel an und verbessert die Durchblutung und die Lymphzirkulation. Ein Tipp: Der Roller kann ebenfalls zur Fußreflexzonenmassage eingesetzt werden.

Übungen gegen Rückenschmerzen

  • Bekannt und extrem wirksam sind Übungen mit dem Thera-Band. Um auch Einsteigern zu zeigen, was mit dem variablen Band aus Natur-Latex alles möglich ist, gibt es sehr anschauliche Videos. Das Thera-Band wird nicht umsonst als das kleinste Fitness-Studio der Welt bezeichnet. Es ist in 5 Widerstandsstärken erhältlich, um Ihr Rückentraining den körperlichen Möglichkeiten anzupassen. Gestärkt werden damit sowohl Ausdauer als auch Kraft. Und das Beste: Weil das Band so klein und handlich ist, können Sie praktisch damit überall trainieren.

  • Spezielle Schmerztherapie-Geräte aus dem Sanitätshaus, die mit TENS-Technologie (Transkutaner Elektrischer Nervenstimulation) via Reizstrom wirken, können eine Alternative zur gezielten Schmerztherapie ohne Medikamente sein. Angeboten werden Geräte, die vor allem für die Muskelbehandlung wirksam sind und auch prädestiniert zur Therapie von chronischen und akuten Schmerzzuständen, Mobilitätsstörungen sowie zur Rehabilitation, zum Erhalt, Aufbau und Training von Muskeln und Muskelgruppen (z. B. beim Sport).

Bandagen und Heizkissen

  • Akute und chronisch-degenerative Veränderungen im Wirbelsäulenbereich schränken die Bewegungsfreiheit gravierend ein. Bandagen für den Rücken erfüllen die individuellen therapeutischen Anforderungen zur Prophylaxe und Therapie. Mögliche Indikationen sind beispielsweise: LWS-Syndrom, Lumbalgie und Spondylarthrose. Bei Rückenschmerzen während und nach der Schwangerschaft hilft Ihnen eine Bandage für den Lendenbereich ebenfalls sehr gut.
  • Falls Sie nicht nur Schmerzen im unteren Rücken, sondern auch Nacken- und Schulterschmerzen haben, liegt das sehr oft am falschen Sitzen und den daraus folgenden Verspannungen. Mit tiefenwirksamer, feuchter Wärme lösen Sie die Verkrampfungen im Schulter-Nacken-Bereich. Ein Wärmekissen aus dem Sanitätsfachhandel bringt Erleichterung und reduziert den Schmerz auf einfache Art innerhalb weniger Minuten.

Arten von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nur der Oberbegriff für viele Krankheitsbilder, die alle entlang der Wirbelsäule verankert sind. Welche sind die häufigsten? Zur Unterscheidung der Auslöser für Rückenschmerzen muss zunächst geklärt werden, ob es sich um unspezifische oder spezifische Rückenschmerzen handelt. Außerdem differenziert man in akute (spontan und bis zu 6 Wochen), subakute (bis zu 12 Wochen) und chronische Rückenschmerzen (mehr als 12 Wochen), um damit die Dauer zu beschreiben.

Ursachen der Rückenschmerzen

Unspezifische Rückenschmerzen

Zu den unspezifischen, funktionellen Rückenschmerzen gehören alle Beschwerden, die nicht von einer genauen Erkrankung im Rücken herrühren. Das sind rund 90% aller Rückenschmerzen.

Am häufigsten treten auf:

  • Verspannungen der Rückenmuskulatur, Sehnen und Bänder
  • Verkürzungen der Rückenmuskulatur, Sehnen und Bänder
  • Überdehnungen der Rückenmuskulatur, Sehnen und Bänder

Hervorgerufen werden Sie durch zu viel Sitzen oder falsche Bewegungen. Unsere heutige Arbeitswelt erfordert “gutes Sitzfleisch”, was sich leider oft in Rückenschmerzen bemerkbar macht. Das stundenlange Sitzen vor dem Computer ist für die Stärkung der Rückenmuskulatur nicht förderlich. Im Übrigen klagen deshalb auch viel mehr Kinder und Jugendliche über Rückenprobleme.

Auf der anderen Seite leiden schwer körperlich tätige Menschen oft unter Schmerzen im Kreuz: Übermäßiges, falsches Heben und Tragen lässt einen der Rücken spüren. Denn hier fehlt der Muskulatur ebenfalls die Entspannung. Oft sind die Schmerzen über längerer Zeit bereits latent da, aber werden nicht behandelt. Dann reicht eine Überanstrengung – und ein stechender Schmerz fährt in den Körper.

Auch während der Schwangerschaft kann es verstärkt zu Beschwerden im unteren Rücken kommen. Sie entstehen meist durch überdehnte Bänder, die durch die Hormone noch weicher werden und dadurch leichter verspannen. Zudem gleichen die Frauen das zusätzliche Gewicht des Bauches mit Fehlhaltungen aus.

Wichtig: Bei länger anhaltenden, starken Rückenschmerzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der die Ursache klärt! Niemand muss Schmerzen aushalten, denn es gilt hier nicht: Was von allein kommt, geht auch wieder von allein.

Spezifische Rückenschmerzen

Spezifische, organische Rückenschmerzen entstehen durch eine Erkrankung im Bereich des Rückens. Ab bekanntesten ist wohl die Spondyl-Arthrose, die Entzündung der Wirbelsäule, die altersbedingt bei beinahe allen Menschen auftritt. Man kennt sie auch unter der Bezeichnung Facettensyndrom, weil der Verschleiß der Facettengelenke der Wirbel die Ursache für die Schmerzen ist.

Weitere Möglichkeiten für Kreuzschmerzen

Weitere Auslöser für Rückenschmerzen können sein:

  • Beckenschiefstand
  • Nierenerkrankung, z.B. Nierensteine oder Nierenbeckenentzündung
  • Menstruation
  • Tumorerkrankungen
  • organische Erkrankungen des Bauches, die in den Rücken ausstrahlen

Ischias-Schmerzen bzw. “Hexenschuss”

Besonders schmerzvoll ist das Ischias-Syndrom (Ischialgie): Es ist daran zu erkennen, dass plötzliche, sehr heftige Schmerzen auftreten, die sich einseitig bis ins Bein hinab ziehen. Ausgangspunkt ist der Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), weil dieser akut blockiert ist. Auch Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Zehen werden beschrieben.

Grund dafür ist eine Wurzelreizung des Ischias-Nervs (Nervus ischiadicus), allgemein spricht man auch von einem eingeklemmten Ischiasnerv bzw. einem “Hexenschuss”, in der Fachsprache von Lumbago (Lumbalsyndrom oder Lumbalgie). Eine Krankheit ist solch eine Reizung des Nervs nicht, auch wenn sie sich sehr schmerzhaft äußert; sie verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen. Tut es Ihnen im Kreuz allerdings länger als eine Woche weh oder sind Sie nicht in der Lage, Ihren Alltag zu bewältigen, z.B. durch Lähmungserscheinungen, dann sollten Sie zum Arzt gehen.

Bandscheibenvorfall

Manchmal werden sie verwechselt und manchmal hängen sie auch zusammen: der Bandscheibenvorfall und der Hexenschuss. Doch während ein eingeklemmter Ischiasnerv meist ohne große Therapie wieder in Ordnung kommt, wird dies bei einem Bandscheibenvorfall nicht passieren. Hier ist auf jeden Fall eine Behandlung nötig, in nicht wenigen Fällen gar eine OP.

Ein Bandscheibenvorfall kann aber durch einen “Ischiasschmerz” angezeigt werden, also dem Ausstrahlen der Schmerzen bis in den Oberschenkel. Allgemein kommt es aber darauf an, wo der Diskusprolabs (lat.) entlang der Wirbelsäule auftritt, deshalb sind auch die Schmerzen ganz verschieden. Am häufigsten ist die LWS betroffen, weswegen auch die Verwechslung mit dem Ischias-Syndrom möglich ist. Man spricht dann von einem lumbalen Bandscheibenvorfall.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn durch eine Überbelastung oder extreme Fehlbelastung Nerven im Rücken gequetscht werden, weil die Bandscheibe zwischen den Wirbeln verrutscht. Ein extrem heftiger, meist stechender, ausdauernder Schmerz ist die Folge – je nachdem, ob die Nerven bzw. Nervenwurzeln involviert sind –, es kann zu Lähmungen und Sensibilitätsstörungen kommen.

Fazit

Schmerzen im unteren Rücken kennen die meisten der erwachsenen Menschen. Gründe dafür sind oft Fehl- oder Überbelastung des Lendenwirbelbereiches, manchmal auch Erkrankungen wie die Wirbel-Arthrose. Um die Rückenschmerzen effektiv bekämpfen zu können, müssen Sie wissen, welche Ursache sie haben.

Was Ihnen aber fast immer hilft: gezielte Übungen zur Stärkung des Rückens, zum Beispiel mit dem Thera-Band, die Entspannung der überanstrengten Muskulatur mittels Massagen und eine rückenschonende Haltung, unter anderem durch spezielle Sitzkissen. Halten die Schmerzen lange an und sind sie durchdringend, begeben Sie sich zum Arzt, um einen möglichen Bandscheibenvorfall nicht unentdeckt zu lassen.

Mit welchen Übungen haben Sie gute Erfahrungen in der Therapie von Rückenschmerzen gemacht? Werden auch Sie von starken Schmerzen im Kreuz geplagt? Das Sanitätshaus Beuthel unterstützt Sie gern mit Tipps, um den Schmerz loszuwerden.

Foto: Bauerfeind AG, Zeulenroda

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