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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Patrick Berkel am 9. März 2017

Spreizfuß: So bekämpfen Sie Fußschmerzen auf Dauer

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Kennen Sie das auch? Nach 10 Minuten Laufen haben Sie schon Schmerzen in den Füßen? Oder Sie benötigen immer ein Paar Wechselschuhe, weil Sie es in den modisch schmalen nicht mehr aushalten? Ein Spreizfuß kann die Ursache sein. Was hilft Ihnen dann?

Die Ursachen des Spreizfußes

Der Spreizfuß (Pes transversoplanus) ist die häufigste Fußfehlstellung der Deutschen – und mit zunehmendem Alter verstärkt sich das Vorkommen noch. Zwei Gründe gibt es dafür: In jungen Jahren wurden zu oft falsche (zu enge, hohe) Schuhe getragen und im Laufe des Lebens gibt die Stabilität der Füße auch nach. Das betrifft sowohl die Muskeln als auch die Knochen. Eine – für Frauen typische – Bindegewebsschwäche kann ebenso ein Auslöser eines Spreizfußes sein. Ein Spreizfuß ist also in der Regel erworben und nicht angeboren.

Wird der Spreizfuß nicht beachtet bzw. nicht behandelt, kann er sich weiterentwickeln zu einem Hallux valgus (einem Ballenzeh), zu schmerzhaften Hammer- oder Krallenzehen. Möglich sind weiterhin Schwielen, Hühneraugen, eine Zehenarthrose (Hallux rigidus), Metatarsalgie oder das Morton Neurom (siehe unten). Weil sich bei der Deformität zudem die Statik des Körpers ändert, machen sich Schwierigkeiten mit den Füßen ebenfalls an anderen Gelenken, Bändern oder Sehnen bemerkbar.

Wie entsteht der Spreizfuß?

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Unser Fuß wird im gesunden Zustand von zwei Gewölben getragen: dem Längsgewölbe an der Innenseite des Fußes und dem Quergewölbe unter den Mittelfußknochen. Letzteres ist das Problem bei einem Spreizfuß. Durch zu viel oder unnatürliche Belastung senkt sich das Quergewölbe, dabei spreizen sich die Mittelfußknochen auf und der Vorderfuß verbreitert sich.

Die Hauptbelastung liegt also beim Spreizfuß auf Mittelfußköpfchen 2,3 und 4 und verteilt sich nicht mehr gleichmäßig auf Ferse sowie Groß-und Kleinzehballen. Selbstverständlich passiert das nicht von heute auf morgen, so dass im Anfangsstadium oft keine Beschwerden auftreten. Je mehr und je länger jedoch Druck auf die dafür nicht ausgelegten Mittelfußköpfchen wirkt, umso größer wird die Chance, dass sich Schmerzen oder Entzündungen einstellen.

Bricht auch das Längsgewölbe ein, entsteht ein Senk- oder Plattfuß, der sich mit der oben genannten Diagnose zum Senk-Spreizfuß verbindet. Übrigens verlängert sich dabei auch der Fuß, so dass man bei der Auswahl der Schuhe darauf besonders achten sollte.

Warum kommt es zu Fußschmerzen?

Wer im Erwachsenenalter eine Fußfehlstellung erwirbt, der wird auf Dauer damit leben müssen. Ist der Spreizfuß also da, kann er nicht geheilt werden. Wohl aber kann man dafür sorgen, dass sein Zustand gehalten wird und sich nicht verschlimmert. Denn dies bedeutet: die Schwielen werden größer, der Druck nimmt zu, Entzündungen entstehen.

Die Verdickung der Hornhaut entsteht durch die Verlagerung der Belastung auf den zweiten und dritten Mittelfußknochen. Dass es dabei zu Druckschmerz kommt, ist logisch, weil die natürliche Abrollbewegung des Fußes gestört ist.

Eine permanente Fehlstellung wird durch nicht passendes Schuhwerk forciert. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass viele Frauen ab 40 Jahren unter schmerzenden Füßen leiden: Wer oft High Heels oder spitze Stiefelchen trägt, tut seinen Füßen auf Dauer nichts Gutes. Kommt dann möglicherweise noch Übergewicht hinzu, gibt ein gesunder Fuß irgendwann nach und sinkt ein – selbst eine knöcherne Struktur.

Schmerzhafte Beschwerden entstehen in vielen Fällen außerdem durch die Veränderung der Zehenstellung. Bei einem Spreizfuß drücken sich die Zehen eng aneinander, oft ist der kleine Zeh nach innen gedreht.  

Übrigens spüren die Betroffenen den Schmerz nur in der Belastung, vor allem langes Stehen oder gehen macht Mühe. Werden die Füße hochgelegt bzw. entlastet, verschwinden die stechenden oder drückenden Schmerzen.

Spreizfuß erkennen: Gehen Sie zum Arzt!querschnitt.jpg

Haben Sie Schwierigkeiten, längere Zeit ihre Füße zu beanspruchen? Gehen Sie zum Arzt und lassen Sie sich helfen! Ein versierter Mediziner sieht sehr schnell, welche Art der Deformität vorliegt. Untersucht werden die Füße sowohl im Stehen als auch im Sitzen (dann besonders die Fußsohlen):

  • Sind Schwielen vorhanden?
  • Gibt es bestimmte Druckpunkte?
  • Vielleicht Hühneraugen?
  • Wie sehen die Zehen aus (Krallen- oder Hammerzehen?)

Ein Röntgenbild bringt weitere Klarheit: Weicht der natürliche Winkel zwischen Mittelfußknochen und Zehenstrahlen signifikant ab, ist es höchste Zeit, den Fuß zu unterstützen.

Was hilft bei einem Spreizfuß? Die Therapie

Am effektivsten wirkt eine Kombination aus unterschiedlichen Behandlungen. Die zwei wichtigsten sind: Einlagen für die Schuhe und Muskelübungen. Unterstützen können Sie Ihre Fußgesundheit mit dem Barfußlaufen auf unterschiedlichen Untergründen, um Muskeln und Sehnen zu stärken. Bei zu viel Gewicht, ist auch Abnehmen eine gute Möglichkeit, weniger Druck auf die Füße auszuüben. Und quälen Sie die Füße nicht weiter mit unpassenden Schuhen.

Schuheinlagen bei Spreizfuß

Das Quergewölbe braucht bei einem Spreizfuß wieder eine Stütze in Form von Einlagen, um den Druck von den von den Mittelfußköpfchen zu nehmen.

Eine Pelotte – eine Erhebung – wird knapp vor den Mittelfußköpfchen eingesetzt, damit diese nicht mehr so flach liegen. Reicht diese Erhöhung nicht aus, weil bereits alle Mittelfußknochen betroffen sind, arbeitet der Orthopädieschuhmacher mit einer Querbrücke, die das komplette knöcherne Gerüst an dieser Stelle stützt. Es empfiehlt sich, eine maßgefertigte Einlage auszuwählen, um exakt die individuellen Schmerzpunkte zu entlasten.

Die stützenden Elemente der Einlagen können mit bettenden Elementen ergänzt werden. Diese befinden sich ebenfalls im Bereich des Vorfußes und mindern den Druckschmerz. Viele Einlagen für den Spreizfuß werden aus dünnem Kunststoff gefertigt, so dass sie auch in elegantere Schuhe passen.

Muskelübungen bei Spreizfuß

Hier stellen wir Ihnen drei ausgewählte Übungen vor, die sehr einfach nachzumachen sind:

  1. Fußsohlenmassage: aufrecht hinstellen und einen Tennisball unten den Füßen gezielt rollen, von vorn nach hinten, von links nach rechts, es sollten alle Bereiche des Fußes für etwa 30 Sekunden massiert werden; dann den Fuß wechseln
  1. „C-Bogen“: auf einen Stuhl setzen und mit beiden Händen einen Fuß umfassen. Eine Hand greift das Grundgelenk des kleinen Zehs, die andere das Grundgelenk des großen Zehs, dann beide sanft gegeneinander zur Fußsohle einrollen bis ein Bogen entsteht; 10 bis 20 mal wiederholen
  1. Zeitungsschnipsel: entweder im Stehen oder Sitzen ausführen, beide Füße werden auf eine Zeitung gestellt, die dann Blatt für Blatt in möglichst viele kleine Schnipsel zerrissen wird, nach etwa einer Minute Fuß wechseln.

Hallux valgus, Metatarsalgie, Hammerzehen – wenn’s schlimmer wird

Im frühen Stadium merkt man den Spreizfuß kaum, doch wie erwähnt treten später umso heftigere Beschwerden auf, wenn man nichts unternimmt. Die häufigsten Schmerzen an den Füßen lösen Hallux valgus, Hallux rigidus, Metatarsalgie (oder Morton Neurom) und die Hammerzehen (oder Krallenzehen) aus.

Hallux valgus

Wenn das Gelenk des großen Zehs prominent hervortritt, der Fuß also eine erkennbare “Beule” am Innenrand hat, spricht man von einem Hallux valgus, einem Ballenzeh oder auch Überbein. Es ist die häufigste Fehlstellung des Vorfußes: rund ein Fünftel der Erwachsenen kennt das Problem, bei den über 65-Jährigen sogar ein Drittel!

Die Großzehe neigt sich dabei in Richtung Außenrand des Fußes, was auch die Sehne dieses Gelenks beeinflusst. Sie verläuft nicht mehr parallel, sondern knickt ab. Das Mittelfußköpfchen des Großzehengelenks ist vielfach geschwollen und entzündet, weil es gegen den Schuh drückt. In sehr schmale Schuhe kommen Patienten mit einem Hallux valgus erst gar nicht hinein.

Metatarsalgie

Metatarsalgie (Schmerz im Vor- und Mittelfuß) tritt im Areal der Mittelfußknochen und ganz speziell im Bereich der Köpfchen der Mittelfußknochen auf. Der Schmerz konzentriert sich meist unter den zweiten bis vierten Köpfchen, gelegentlich beschränkt er sich auch auf das erste Mittelfußköpfchen.

Die Metatarsalgie entsteht durch lang anhaltende Überlastung: Es kommt zu einer entzündlichen Reizung des Gewebes, die sehr schmerzhaft sein kann und das Gehen manchmal schwer einschränkt. Eine schmerzhafte Schwielenbildung (verdickte Hornhaut) unter den überlasteten Mittelfußköpfchen ist typisch für die Metatarsalgie.

Morton Neurom

Der fortgeschrittene Spreizfuß ruft manchmal eine ungünstige Zehenstellung hervor: Die Zehen sind eng aneinandergedrückt oder liegen gar übereinander. Dadurch werden die Plantarnerven im Mittelfußknochen gereizt, es kann sogar zu einer Wucherung des Gewebes rund um die Nerven kommen. Dies ist äußerst schmerzhaft im Bereich des Mittelfußes.

Metatarsalgien können zudem durch bestimmte Erkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Durchblutungsstörungen entstehen.

Hammerzehen bzw. Krallenzehen

Die Zehen sind krumm bzw. aufgerichtet, es gibt Hühneraugen und schmerzhafte Druckpunkte über den Fuß verteilt. Hammerzehen sind oft eine Begleiterscheinung von einem Hallux valgus. Während bei Hammerzehen nur ein Fußgelenk gebeugt ist, sind es bei Krallenzehen mehrere, so dass die Zehenspitze gar nicht mehr den Boden berührt.

Fazit zum Spreizfuß

Hat das Quergewölbe des Fußes nicht mehr genügend Halt, sinkt es ein und der Vorfuß verbreitert sich: Ein Spreizfuß entsteht. Dabei wird die natürliche Belastung beim Laufen auf den ganzen Ballen verschoben. Die Betroffenen haben also durch zu hohe Beanspruchung Schmerzen im Mittelfuß. Aus dem Spreizfuß entwickelt sich oft ein Hallux valgus (der Ballenzeh) oder eine Metatarsalgie (Schmerzen durch Überlastung), die quälend sind..

Um die Beschwerden zu lindern, helfen Schuheinlagen, die mit einer Pelotte das Fußgewölbe wieder anheben und gleichzeitig den Fuß beim Auftreten dämpfen. Dafür ist es wichtig, genau die Schmerzpunkte zu ermitteln, wobei Sie unser Orthopädie-Schuhmachermeister gern unterstützt. Helfen Sie zudem Ihren Füße mit passenden Schuhen, gehen Sie ruhig mal barfuß und trainieren Sie Ihre Fußmuskeln.

Wenn auch Sie Schmerzen unter der Fußsohle haben, sollten Sie das unbedingt ärztlich abklären lassen. Bei verschriebenen Einlagen stehen wir von Beuthel Ihnen beratend zur Seite.

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