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Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von André Pellegrini am 14. Juni 2018

Den richtigen Rollator finden – die 5 besten Tipps zum Kauf

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Egal ob beim Spaziergang in der Natur, beim Einkaufen oder in den eigenen vier Wänden – mit einem Rollator sind viele ältere Menschen wieder in der Lage, sich eigenständiger und leichter fortzubewegen. Nicht ohne Grund zählen Rollatoren zu den wichtigsten Hilfsmitteln im Alter. Wir helfen Ihnen, den besten Rollator für Sie zu finden.

Nicht nur Senioren lieben den cleveren Alltagshelfer. Ist man beim Gehen durch Krankheit oder einen Unfall eingeschränkt, lernt man den Rollator in jedem Alter eine nützliche Gehilfe schätzen. Hier erfahren Sie, wie Sie für sich den passenden Rollator finden und was Sie unbedingt beim Kauf beachten sollten.

Tipp 1: Welcher Rollator ist für wen der richtige?

Rollator ist nicht gleich Rollator: Es gibt viele verschiedene Typen von Rollatoren auf dem Markt, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Dabei kann der Rollatorpreis – je nach Ausführung und Modell – von ca. 150 Euro bis 600 Euro reichen. Möchten Sie sich einen Rollator kaufen, überlegen Sie sich also als erstes, eine Preisspanne und wofür Sie ihn verwenden wollen. Benutzen Sie ihn zum Beispiel nur in der Wohnung oder auch draußen? Muss der Rollator klappbar sein, um ihn im Auto zu transportieren? Sollte der Gehwagen schmal sein, um ihn in Bus und Bahn mitzunehmen oder extra leicht, um die Kräfte des Nutzers zu schonen?

Hier eine Auswahl spezieller Ausführungen von Rollatoren:

  • Leichtgewichtrollator – Wie der Name schon verrät, ist diese Art von Rollator besonders leicht, d.h., er hat ein geringes Eigengewicht von ca. 5 bis 8 kg (im Durchschnitt und je nach Modell). Die Leichtgewichtrollatoren werden aus Aluminium, Kunststoff oder speziellem Stahlrohr gefertigt und lassen sich mit minimalem Kraftaufwand bewegen und leicht verstauen bzw. transportieren.

    Ein leichter Rollator ist vor allem für Menschen geeignet, die keine große Kraft aufbringen können – Bordsteinkanten und Treppen können einfacher überwunden werden, und man kann ihn auch auf Reisen problemlos mitnehmen.
  • Faltbarer Rollator – Klar zu erkennen: Dieser Typ von Rollator ist klappbar. Bei Nichtbenutzung oder auf Reisen kann die Gehhilfe so einfach und platzsparend verstaut werden.

    Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Rollator leicht faltbar ist und im gefalteten Zustand von alleine sicher stehen kann. Optimal ist eine integrierte Faltsicherung. Ein Rollator, der sich längs falten lässt, ist zwar teurer, aber wesentlich standsicherer als eine quer zur Fahrtrichtung klappbare Version.
  • Outdoor Rollator – Wer möchte schon trotz Handicap auf Spaziergänge in der Natur, auf Waldwegen, Wiesen, Kopfsteinpflaster oder auf Schotterwegen verzichten? Wer es liebt, viel unterwegs zu sein, der sollte sich für einen Outdoor Rollator entscheiden. Diese Modelle sind u.a. aufgrund ihrer speziellen Reifen und großen Räder speziell für unwegsames Gelände ausgelegt.
  • Indoor Rollator – Die extra für den Wohnbereich konzipierten Rollatoren sind schmaler gebaut als die Varianten für den Außenbereich. Außerdem haben sie kleinere Räder und sind somit wesentlich wendiger. Sollten Sie einen Rollator für den Innenbereich suchen, müssen Sie im Vorfeld die Türbreiten Ihrer Wohnung vermessen und 3-4 cm dazu rechnen, um bequem manövrieren zu können.

Wichtig bei der Auswahl des Rollators ist es, dass man die Gehhilfe der eigenen Körpergröße anpassen kann bzw. der Rollator der Körpergröße entspricht. So gibt es zum Beispiel auch spezielle Rollatoren für großgewachsene und schwere Nutzer.

Machen Sie sich bereits im Vorfeld des Kaufs Gedanken, welche Art von Gehwagen Sie benötigen und lassen Sie sich am besten in Ihrem Sanitätsfachhandel persönlich vom Experten dazu beraten, welcher Rollator für Ihre Bedürfnisse der richtige ist. Soll es ein besonderer Rollator mit etwas mehr Komfort sein, oder reicht vielleicht auch eine Standardausführung bzw. ein universal einsetzbares Modell?

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Tipp 2: Rollator mit Luftbereifung oder Vollgummi wählen?

Unterschiedliche Typen von Rollatoren sind natürlich auch mit unterschiedlichen Reifen ausgestattet. Wenn Sie einen Rollator kaufen möchten, achten Sie darum auf die richtige Bereifung – passend zur jeweiligen Ausführung bzw. zum Einsatzbereich des Rollators.

Ein Leichtgewichtrollator, der zum großen Teil draußen genutzt wird, sowie ein reiner Outdoor Rollator sollte mit leichtgängigen Rädern ausgestattet sein. Auch ist es sinnvoll, sich für eine Luftbereifung entscheiden, weil diese Räder eine breite Aufliegefläche haben und damit unebenes Gelände besser meistern.
Rollatoren mit Luftbereifung sind zudem empfehlenswert für Menschen, die Gelenkbeschwerden wie Arthrose haben, denn diese dämpfen Stöße und Unebenheiten besser.

Desweiteren sind besonders große Räder zu empfehlen, da diese vor allem auf unebenem Terrain besser zu bewegen sind. Bei der Räderauswahl für den Außenbereich können Sie außerdem zwischen Komforträdern und Offroad-Reifen wählen.
Die Komforträder sind besonders für unebene Untergründe, Bordsteinkanten etc. geeignet, da sie sehr weich und stoßabsorbierend sind. Richtige Offroad-Reifen haben eine größere Profiltiefe und meistern schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster und Waldwege.

Ist der Rollator hingegen besonders schmal und wird überwiegend im Innenbereich verwendet, eignen sich am besten Räder mit kleinem Durchmesser, um den Rollator wendiger zu machen. Hier sind auch Vollgummireifen richtig, weil sie auf glatten Flächen gut Halt finden.

Übrigens ist es auch möglich, die Reifensätze bei Bedarf zu wechseln. So können Sie z.B. bei einem Outdoor Rollator sowohl Komfort- als auch Offroad-Reifen verwenden.

Tipp 3: Das richtige Zubehör für den Rollator finden

Überlegen Sie sich am besten bereits vor dem Kauf Ihres Rollators, welches weitere Zubehör für Sie Sinn ergeben könnte.

Möchten Sie den Rollator zum Beispiel draußen verwenden und damit auch zum Einkaufen gehen, bietet sich ein zusätzlicher Korb oder eine Stofftasche am Rollator für die Einkäufe oder die eigene Handtasche an – sehr viele Rollatoren sind bereits mit einem Korb oder einer Tasche ausgestattet. Achten Sie bei der Auswahl des Rollators unbedingt auf die maximale Belastbarkeit des Korbes. Außerdem sollte er leicht abgenommen bzw. angebracht werden können.

Ein weiteres, praktisches Zubehör kann zudem eine Gehstockhalterung an der Seite sein. Diese hilft vor allem Nutzer, die kleinere Wege ohne den Rollator zurücklegen wollen. Da die Stockhalterungen oft für unterschiedliche Stockgrößen konzipiert sind, müssen Sie testen, ob Ihr eigener Gehstock richtig passt.

Für Personen mit Arthritis kann außerdem eine Unterarmauflage am Rollator vorteilhaft sein.
Bei Rollatoren für den Innenbereich bietet sich oftmals ein zusätzlich angebrachtes Tablett an.

Dieses Zubehör ist ebenfalls nützlich:

  • ein Rollatorschirm
  • ein Schirmhalter
  • ein Handwärmer
  • ein Regencape
  • ein Flaschenhalter
  • ein Rollatorschloss
  • eine Klingel

Tipp 4: Denken Sie an Ihre Sicherheit

Um sicher und gut sichtbar mit dem Rollator unterwegs zu sein, ist es wichtig beim Kauf Ihres Rollators – vor allem wenn er draußen verwendet werden soll – auf bestimmte Eigenschaften und auf eine zusätzliche Sicherheitsausrüstung achten bzw. diese direkt nachrüsten.

Besonders zu beachten ist, dass die Bremsen leicht und ohne große Druckausübung zu bedienen sind. Sie müssen zuverlässig funktionieren und feststellbar sein. Außerdem sollte man die Bremse einfach vom Handgriff aus erreichen können. Kann der Nutzer nur mit einer Hand bremsen, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass ein Bremsbügel vorhanden ist, der auch einhändig bedient werden kann.

Für die Sicherheit sorgt weiterhin die richtige Beleuchtung des Rollators. So gibt es LED-Licht mit einem integriertem Bewegungs- und Dämmerungssensor, der sich automatisch bei zu wenig Licht einschaltet. Eine Lampe bietet dem Nutzer weitere Sicherheit und lässt sich manuell bedienen. Und durch das Anbringen von Reflektoren seitlich oder an den Vorder- und Hinterrädern kann der Rollator-Nutzer besser von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden.

Um das eigene, sichere Gehen mit dem Rollator zu erleichtern, gibt es eine sogenannte Kipphilfe. Sie kann nachträglich montiert werden und ermöglicht es, Bordsteine oder ähnliche Hindernisse leichter zu überwinden.

Für das sichere und angenehme Ausruhen auf dem Gehwagen kann im Weiteren ein Rückengurt hinter der Sitzfläche angebracht werden. Er schützt außerdem vor einem Kippen nach hinten.

Achten Sie auch darauf, dass der Rollator über ein Sicherheitssiegel (TÜV-Zeichen und GM-Zeichen) verfügt.

Tipp 5: Erst den Rollator testen – dann kaufen

Bevor Sie einen neuen Rollator kaufen, steht das ausgiebige Testen an. Nur so stellen Sie sicher, dass die Gehhilfe richtig funktioniert und den notwendigen Anforderungen entspricht. Außerdem „passt“ nicht jeder Rollator gleich gut zu seinem Nutzer.

Probieren Sie aus, wie gut Ihnen die Handhabung zusagt und ob der Kraftaufwand beim Führen (auch im beladenen Zustand) für Sie der richtige ist. Testen Sie zum Beispiel an Bordsteinen oder auf verschiedenen Untergründen, wie gut Sie mit der Gehilfe zurechtkommen. Im Sanitätshaus Beuthel können Sie dies sogar auf einem eigens dafür entworfenen Rollator-Parcours tun.

Ist der Rollator faltbar, prüfen Sie, ob der Klappmechanismus einfach zu handhaben ist.

Testen Sie in jedem Fall auch, ob sich die Bremsen einfach bedienen lassen und leicht nachjustiert werden können.

Der Experte in Ihrem Sanitätshaus wird Ihnen den Rollator bereits zum Testen passgenau auf Sie einstellen, um ihn optimal nutzen zu können: Dies sollte als Service am Kunden immer inklusive sein.

Fazit zum Kauf eines Rollators

Es gibt viele verschiedene Modelle von Rollatoren, die jeweils für unterschiedliche Zwecke und Ansprüche ausgerichtet sind. Möchten Sie sich einen Rollator zulegen, sollten Sie deshalb ein paar wichtige Aspekte beim Kauf beachten. Machen Sie sich Gedanken darüber, wo der Rollator zum Einsatz kommen soll. Wünschen Sie sich zum Beispiel eine Gehilfe, mit der Sie ausgedehnte Spaziergänge in der Natur machen können? Dann würde sich ein Outdoor-Rollator mit großen Rädern und weicher Bereifung anbieten.

Achten Sie beim Kauf auch darauf, dass der Rollator leicht ist, so dass Sie ihn komfortabel über einen Bordstein manövrieren können. Überprüfen Sie die Gehhilfe außerdem in Bezug auf die Sicherheit: Sind zum Beispiel die Bremsen leicht zu bedienen und verstellbar? Werden Reflektoren oder zusätzliche Beleuchtungsmittel benötigt?

Wir empfehlen: Lassen Sie sich in jedem Fall persönlich in Ihrem Sanitätsfachhandel beraten und testen Sie vor Ort den Rollator auf seine Handhabung und Funktionstüchtigkeit.   

Haben Sie weitere Fragen zum Rollator? Hier können Sie sie gern stellen.

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