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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Sylvia Neumann am 5. August 2016

Die Bandage – warum sie so wichtig ist und wie sie wirkt

Bandagen

Wer seinen Körper liebt, der schützt ihn. Sportler, ob professionell oder in der Freizeit aktiv, greifen zur Stabilisierung ihrer Gelenke gern auf Bandagen zurück – zum einen vorbeugend, zum anderen auch zur Therapie. Aus gutem Grund: Eine Bandage wirkt auf viele Arten positiv auf Gelenke und Knochen. Wir geben Ihnen den kompletten Überblick zu Bandagen.

Was ist eine Bandage?

Wahrscheinlich ist sie eines der ältesten Hilfsmittel überhaupt. Denn schon im Zeitalter der Pharaonen wusste man um die effektive Wirkung von Bandagen: Die Mumien mussten schließlich zusammengehalten werden. Genau das bedeutet Bandage im wörtlichen Sinn – es steht auf Französisch für “Verbindung”.

Bandagen kennt man heute in zwei Formen.

  • Als lange, meist elastische Bänder, die zum Schutz bestimmter Körperpartien um diese gewickelt werden. Bekannt ist das vor allem beim Boxen oder vielfach auch in der Tier-Therapie (zum Beispiel bei Pferden).
  • als ein Kompressionsgestrick, welches zur Prophylaxe und Therapie von muskulären und Gelenksbeschwerden eingesetzt wird.

Auf diese Art der Bandage möchten wir uns im folgenden Beitrag konzentrieren.

Bandagen bestehen also aus dehnbarem, festem Gewebe, welches über die Körperpartie gezogen wird, die entweder geschützt oder gestützt werden soll. Es gibt sie ebenfalls mit Einlagen aus Silikon, um auch hohen Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden.

Bandagen im Unterschied zu Orthesen

Bei Bandagen und Orthesen kommt es manchmal zu Unklarheiten, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, deshalb erklären wir es Ihnen gern.

Orthesen dienen der Stabilisierung, Führung, Korrektur und Ruhigstellung von Gelenken oder Körperteilen. Sie sind stabiler als Bandagen, oft können sie während des Heilungsprozesses nachjustiert werden. Eine Orthese kann aus einem Teil Kompressionsgestrick (Bandage) bestehen und auf jeden Fall festeren, mechanischen Elementen. Damit das Hilfsmittel optimal sitzt, lassen Sie sich die Orthese am besten vom Orthopädietechniker anpassen.

Bei der Bandage, die besonders zur Unterstützung im Alltag und als Sportbandage eingesetzt wird, fehlen die starren Teile. Sie ist deshalb viel flexibler und passt sich dem Körper optimal an.

Der wichtigste Unterschied besteht also in der Beweglichkeit: Beide Hilfsmittel schützen und stützen das Gelenk. Doch während die Orthese (zum Beispiel nach einer Operation) das Gelenk ruhig hält, damit es den Heilprozess unterstützt, ist bei einer Bandage weiterhin die Mobilität gegeben.

Wie wirkt die Bandage?

Die Bandage entlastet, schützt und stützt das Gelenk sowie auch den Knochen. Das Material sitzt fest und dennoch bequem, so dass die betroffene Stelle einerseits vor Überbeanspruchung geschützt wird, andererseits beugen Sie dadurch auch Verletzungen vor, weshalb sie vor allem im Sport als unverzichtbares, prophylaktisches Hilfsmittel gilt.

Und weil eben der Halt durch eine Bandage verbessert wird, kann man damit gleichfalls Schmerzen lindern, die beispielsweise von einer Überdehnung der Bänder herrühren. Zudem wird mit dem elastischen Verband die Körperwahrnehmung geschärft: Ganz automatisch schützen Sie die betroffene Partie damit mehr, weil die Bandage Ihnen das Gefühl von zusätzlicher Sicherheit vermittelt.

Aufgrund der Bewegung (An- und Entspannung der Muskulatur) sowie der relativen Enge, mit der das Gestrick zum Beispiel um Ihren Knöchel liegt, erzeugt es Kompression. Die eingearbeiteten Pelotten (Polster) massieren das Gewebe. Die Folge: Die Durchblutung wird gesteigert, was unter anderem bei einer Entzündung förderlich für den Heilungsprozess ist, und Schwellungen klingen ab.

Vorteile von Bandagen

Hochwertige Bandagen haben also viele Vorteile, hier noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

  • entlasten, lindern oder nehmen die Schmerzen
  • wirken aktivierend auf Gelenke und Knochen
  • fördern dadurch die Beweglichkeit
  • schützen bei Stürzen oder Kontaktsportarten
  • atmungsaktiv
  • schwitzfrei
  • faltenfrei
  • antibakteriell
  • hoher Tragekomfort
  • gibt es in verschiedenen Größen zu kaufen (also kein Zwicken oder Rutschen)

Die häufigsten Bandage-Arten – und wofür man sie braucht

Handgelenkbandage

Wussten Sie, dass Ihre Hand aus 27 Knochen besteht? Dazu kommen Muskeln und Sehnen. Alles also ein sehr komplexes Zusammenspiel. Die Hände arbeiten beinahe rund um die Uhr für uns, deshalb kommt es gelegentlich zu Reizzuständen und Sehnenscheidenentzündungen.

Handgelenkbandagen wirken über gezielten Druck am Unterarm: Sie lindern Schmerzen und entlasten die Muskeln, damit diese sich wieder regenerieren können. Auch bei Zerrungen oder Distorsionen (Verstauchungen) sind sie sehr hilfreich. Für das am häufigsten betroffene Einzelgelenk – das Daumengelenk – sind spezielle Bandagen erhältlich, die es bei zu großer Belastung ruhigstellen.

Bei Indikationen wie:

  • Arthralgien/allgemeinen Gelenksschmerzen (degenerativ, rheumatisch, reaktiv)
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Carpaltunnelsyndrom (CTS)
  • Arthrose und Arthritis (Rizarthrose/Daumenarthrose)
  • Instabilitätsgefühlen
  • posttraumatischen oder postoperativen Reizzuständen

Ellenbogenbandage

Im täglichen Leben merken wir oft gar nicht, welche Leistung das Ellenbogengelenk erbringen muss. Damit können Sie den Arm beugen, drehen und strecken. Vor allem beim Heben von großen Gewichten wird dieses Gelenk gefordert, was dann beispielsweise bei Handwerkern zu Fehl- oder Überbelastung führt. Genauso kann das Bedienen der Mouse am PC Beschwerden im Ellenbogenbereich hervorrufen.

Auch beim Sport hat unser Ellenbogen einiges auszuhalten. Am bekanntesten ist der “Tennisarm”, der durch einseitige, übermäßige Belastung entsteht: Das Sehnenansatzgewebe ist dabei entzündet, weil ruckartige Bewegungen zu kleinsten Verletzungen im Sehnenansatz führen können.

Auch bei der Ellenbogenbandage sind eingearbeitete Massagepelotten und das kompressive Gestrick sehr wichtig. Dieses Hilfsmittel lindert dann den Schmerz in Ihrem Arm und verringert die Schwellung.

Bei Indikationen wie:

  • Epikondylopathien (z.B. Tennisellenbogen oder Golferellenbogen)
  • Arthrose und Arthritis
  • postoperative und posttraumatische Reizzustände
  • Tendomyoptahie/Weichteilrheumatismus

Rückenbandage und Orthesen (Wirbelsäule)

Akute und chronisch-degenerative Veränderungen im Wirbelsäulenbereich schränken die Bewegungsfreiheit gravierend ein. Bandagen helfen an diesen Stellen sowohl vorbeugend als auch in der Therapie von Rückenschmerzen, die dadurch entstehen.

Eine Rückenbandage kann auch ausnahmsweise auf Maß gefertigt werden, damit Sie Ihnen optimalen Halt liefert und genau Ihr individuelles Problem löst.

Bei Indikationen wie:

  • LWS-Syndrom (Schmerzen im unteren Rücken)
  • Lumbalgie
  • muskulärer Dysbalance
  • Ligamentosen/Abnutzung der Bänder
  • Arthrose der Wirbelsäule (Spondylarthrose)
  • Rückenschmerzen und Überlastungserscheinungen während der Schwangerschaft

Kniegelenkbandage

Eines der beanspruchtesten Gelenke des ganzen Körpers ist das sehr kompliziert aufgebaute Knie. Viele Sehnen und Bänder kommen hier zusammen, die durch einseitige Bewegung, aber auch große Herausforderungen beim Sport geschädigt werden können.

Vielfach werden die Kniebandagen nach Operationen des Kniegelenks oder zur Verletzungsprophylaxe eingesetzt. Auch bei instabilen Gelenken, Schmerzen im Knie oder Gelenkergüssen helfen sie. Achten Sie auf die eingearbeiteten Pelotten.

Bei Indikationen wie:

  • leichten und geringen Instabilitäten
  • Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)
  • Reizzuständen (Tendomyopathie/Weichteilrheumatismus, Arthrose, Ansatzligamentose/Abnutzung des Bandes, Arthritis, posttraumatisch und postoperativ)
  • Femoropatellares Schmerzsyndrom (unspezifisches Schmerzsyndrom der Knie)
  • Patellalateralisation (Kniescheibe verschiebt sich, Luxationstendenz)
  • nach Lateral Release Opterationen (Bandhalte-Apparat-OP)

Sprunggelenkbandage / Knöchelbandage / Fußgelenkbandage

Das Sprunggelenk ist besonders bei Sport hohen Belastungen ausgesetzt: laufen, springen, stehen, abruptes Stoppen oder Richtungswechsel – die Verbindung zwischen Fuß und Unterschenkel muss viel aushalten.

Bänderrisse oder Verstauchungen des Sprunggelenks sind nicht gerade selten. Eine Bandage hilft bei der Heilung dieser Verletzungen und beugt diesen auch vor. Das Kompressionsgestrick einer Bandage sorgt für eine Wechseldruckmassage, regt die Durchblutung und damit die Regeneration an. Das Gelenk wird gekräftigt.

Bei Indikationen wie:

  • Schädigung der Achillessehne (Achillodynie)
  • Schleimbeutelentzündung unter der Achillessehne (Achillobursitis, z.B Haglund-Ferse)
  • Nachbehandlungen bei Achillessehnenrupturen
  • Postoperative und posttraumatische Reizzustände (z.B. nach Verstauchungen/Distorsionen)
  • Gelenkergüsse und Schwellungen bei Arthrose und Arthritis
  • Tendomyopathien (Weichteilrheumatismus)
  • Bänderschwächen

Woran erkenne ich eine gute Bandage?

Zunächst muss sie passen, das heißt, auch in Aktion darf nichts kneifen oder drücken. Lassen Sie sich im Sanitätshaus vermessen, um die exakte Größe zu finden. Wichtig ist ein atmungsaktives, hautfreundliches Material, das ein angenehmes Tragegefühl erzeugt. Also Finger weg von Bandagen aus einfachem Neopren, wenn Sie nicht gerade damit tauchen gehen möchten… Ihre Bandage sollte gut Feuchtigkeit aufnehmen und an die Oberfläche leiten, um wunde Stellen zu vermeiden. Auch eine lange Lebensdauer ist ein Pluspunkt, das Gewebe sollte sich nicht so schnell auflösen, ausfransen oder instabil werden.

Lassen Sie sich im Fachhandel einige Modelle vorstellen und gut beraten, ehe Sie sich entscheiden. Auch Bandagen können ärztlich verordnet werden, doch selbstverständlich sind Sie daran nicht gebunden, wenn Sie sie zum Beispiel nur im Bereich des Freizeitsports benötigen.

Fazit zu Bandagen

Bandagen wirken sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch, um Ihre Gelenke und Knochen zu schützen und zu stützen. Sie bestehen aus einem Kompressionsgestrick, welches bei einigen Bandage-Arten mit zusätzlichen Polstern versehen ist, was sie flexibel und gleichzeitig wirkungsvoll macht. Durch den leichten Druck aktivieren Bandagen Ihre Muskeln, fördern die Durchblutung und steigern die Körpersensibilität. Damit heilen Verletzungen schneller und Schmerzen sowie Schwellungen des Gelenks klingen ab. Es gibt ein umfangreiches Sortiment an Bandagen, besonders für Sportler. Lassen Sie sich von Fachleuten dazu beraten, damit das Hilfsmittel auch genau Ihr Bedürfnis stillt.

Wenn es beim Laufen im Knie zwickt oder Sie wieder mehr Stabilität im Sprunggelenk brauchen, dann ist eine Sportbandage ideal. Das Sanitätshaus Beuthel berät Sie umfassend zu den Möglichkeiten einer Versorgung mit Bandagen. Einfach mal vorbeikommen!

Bild: Bauerfeind AG, Zeulenroda

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