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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Lars Neumann am 25. August 2017

Die Schulterbandage: Auswahl, Anwendungsgebiete & Wirkung

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Die Schulter bzw. das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers. Und es ist anfällig für vielerlei Verletzungen und Erkrankungen: Von Sportunfällen bis hin zu Rheuma und Omarthrose.

Um Schmerzen zu lindern und zu behandeln werden oft Schulterbandagen getragen. Wir erklären Ihnen, wann Sie eine Schulterbandage verwenden sollten und wie die Bandage wirkt.

Wann wird eine Schulterbandage benötigt bzw. verschrieben?

Es gibt viele Situationen, in denen das Tragen einer Schulterbandage nötig wird. Die Bandage kann vorbeugend zum Schutz vor Überlastungen, bei Erkrankungen, Verletzungen und zu Therapiezwecken verwendet werden. Benötigt wird sie zum Beispiel bei geschädigtem Bindegewebe, verspannter oder entzündeter Muskulatur, Ausrenkungen oder Muskel- und Sehnen(ab)rissen. Oft sind Sportunfälle oder Überbelastungen die Auslöser. Aber auch ein Gelenkverschleiß bzw. Schulterarthrose (Omarthrose) und Rheuma können das Tragen einer Schulterbandage notwendig werden lassen.

In einigen Fällen können außerdem sogenannte fortgeleitete Schmerzen auftreten, die nicht direkt mit der Schulter in Verbindung stehen. Schmerzen am Ellenbogen werden zum Beispiel auch durch ein Rotatorenmanschettensyndrom verursacht.

Was genau ist eine Schulterbandage und wie wirkt sie?

Schulterbandagen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Variationen. Am gebräuchlichsten sind Bandagen, die über den Arm bis zur Schulter gezogen oder um die Schulter gelegt und mit einem Brustgurt verschlossen werden. Ihr Material besteht aus einem Polyester-Gemisch, Feinstrick oder CoolPrene (ein Material, dass gleichzeitig therapeutische Wärme liefert). Während die Bandagen aus Vollneopren nur zeitlich begrenzt einsetzbar sind, können Polyester und Feinstrick-Bandagen durchgehend getragen werden. Außerdem gibt es spezielle Modelle für Frauen.

Neben ihrer (unter-)stützenden Funktion z.B. nach einer Verletzung, dient die Schulterbandage auch zur Therapie von Rheuma, Reizzuständen und Arthrose (Omarthrose). Sie entlastet die Schulter, verbessert die muskuläre Führung des Gelenks (Propriozeption) und beugt durch Kompression und Massage neuen Entzündungen und Verletzungen vor. Das elastische Material der Bandage liegt direkt auf der Haut auf und übt so einen leichten Wechseldruck auf das darunter liegende Gewebe aus. Dadurch wird die Muskulatur massiert und die Durchblutung angeregt, was schmerzlindernd und abschwellend wirkt. Gleichzeitig werden schädigende Rotationsbewegungen der Schulter eingeschränkt.
Wie wird eine Schulterbandage angelegt?

Das Anlegen der Schulterbandage ist anfangs ein wenig anstrengend und sollte geübt werden. Am besten lassen Sie es sich im Sanitätshaus von einem Experten erklären und üben es ein paar Mal direkt vor Ort. In der Regel können die Schulterbandagen ohne fremde Hilfe angelegt und wieder abgenommen werden.

Auch das Tragen unter der Kleidung ist möglich. Die meisten Modelle legt man um die Schulter oder zieht sie über den Arm (ähnlich einer Bandage am Ellenbogen). Unter Zuhilfenahme von oft farbig passend markierten, verstellbaren Klettverschluss-Gurten werden sie dann entweder im Rücken oder diagonal auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Brustgurt verschlossen.

Schulterbandage oder Schulterorthese? Wo ist der Unterschied? 

Schulterbandagen dienen hauptsächlich der Entlastung, zum Stützen und zum (präventiven) Schutz der Schulter. Außerdem werden sie bei Erkrankungen wie Rheuma oder Omarthrose eingesetzt. Die Bewegungsfreiheit der Schulter ist lediglich eingeschränkt.

Schulterorthesen verwendet man dagegen in erster Linie zur Ruhigstellung z.B. nach einer OP. Außerdem kommen sie bei einer Schultersteife oder einem ausgekugelten Schultergelenk zum Einsatz und werden häufig von einem Orthopädietechniker speziell angepasst.
Während die Schulterbandage aus elastischem Gewebe besteht, verfügt die Orthese neben Bandagen auch über stabilisierende Schienen.

Worauf sollte man beim Kauf einer Schulterbandage achten?

Lassen Sie sich vor dem Kauf unbedingt von einem Experten im Sanitätshaus beraten. Es gibt mehrere Arten von Schulterbandagen, die jeweils für unterschiedliche Schulterbeschwerden eingesetzt werden. Außerdem ist eine richtige und genaue Passform sehr wichtig. Beim Kauf sollte auch auf mögliche Hautunverträglichkeiten und Allergien geachtet werden. Bei einer Neoprenallergie kann man z.B. auf Bandagen aus einem Polyester-Gemisch oder Feinstrick ausweichen.

Auch das An- und Ablegen der Bandage sollten Sie vor dem Kauf mit dem Experten üben, damit Sie ein Gefühl für die Schulterbandage bekommen und später zu Hause nichts falsch machen.

Bei der Vorlage eines Rezepts werden die Kosten für eine (Standard-) Schulterbandage in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen. Hier kommt lediglich ein Eigenanteil (Rezeptgebühr) von 10% des Preises oder max. 10 Euro hinzu. Ohne ärztliche Indikation und Verordnung muss der volle Preis für das orthopädische Hilfsmittel gezahlt werden.

Schleudertraume? Wann die Schulterbandage nicht hilft

Bei Schmerzen in der Schulter müssen nicht immer die Schulter bzw. das Schultergelenk die Ursache sein. So kann zum Beispiel auch ein Schleudertrauma nach einem (Auffahr-) Unfall o.ä. bis in die Schulter ausstrahlen. Statt einer Schulterbandage würde hier eine Cervicalstütze (Halskrause) zur Entlastung der Halsstrukturen benötigt werden. Sollte der Verdacht eines Schleudertraumas bestehen, konsultieren Sie bitte unbedingt einen Arzt!

Schulterbandagen beim Sport

Bestimmte Modelle der Schulterbandage können auch, entweder präventiv oder bei bereits bestehenden Schulterproblemen, während des Sports getragen werden. Sie sind eine wärmende und stützende Hilfe und bieten dem Rest des Oberkörpers maximale Flexibilität – auch bei Sportarten mit einem intensiven Schultereinsatz, wie Handball, Volleyball u.s.w. Spezielle Schulterbandagen für den Sport engen nicht ein und bieten einen Schutz gegen Verletzungen und Stöße. Bei beginnenden oder bestehenden Schulterproblemen sollten Sie vor der Verwendung einer Bandage für die Schulter auf jeden Fall einen Arzt konsultieren.

Fazit zur Schulterbandage

Die Schulter ist anfällig für ganz unterschiedliche Arten von Verletzungen und Erkrankungen. Neben Sportverletzungen und Überlastungen können auch Rheuma oder Omarthrose (Schulterarthrose) der Schulter schmerzliche Probleme bereiten. Um Schmerzen vorzubeugen, sie zu lindern und als Unterstützung des Heilungsprozesses kommen oft Schulterbandagen zum Einsatz.

In der Regel wird eine Bandage für die Schulter ärztlich verordnet und ist im Sanitätshaus erhältlich.  Die Kosten eines Standardmodells werden bei Vorlage eines Rezepts (bis auf die Rezeptgebühr) von der Krankenkasse übernommen. In Bezug auf Modell, Material und Passform sollten Sie sich vor dem Kauf von einem Experten beraten lassen.

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