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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Lars Neumann am 9. November 2017

Sprunggelenkorthese: Schmerzen im Fußgelenk bekämpfen

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Wenn das Sprunggelenk schmerzt, kann das ganz schön unangenehm sein. Schließlich werden wir bei jedem Schritt und Tritt daran erinnert, dass an unserem Fußgelenk etwas nicht stimmt. Was sind die Ursachen der Schmerzen und was hilft Ihnen?

Das ziehende oder stechende Gefühl kennen viele Menschen, denn Beschwerden im Sprunggelenk sind relativ häufig. Immerhin ist unser Sprunggelenk das am stärksten belastete Gelenk unseres Körpers. Beim Gehen oder Laufen trägt es teilweise das Vier- bis Fünffache unseres Körpergewichts. Aber wie kommt es zu den Schmerzen im Sprung- bzw. Fußgelenk? Und wie kann mich eine Sprunggelenkorthese dann unterstützen?

Ursachen für Schmerzen im Fußgelenk

Das obere Sprunggelenk – umgangssprachlich auch als Fußgelenk bezeichnet – ist das Verbindungsgelenk zwischen dem Unterschenkel und dem Fuß. Weil der anatomische Aufbau ziemlich komplex ist, gibt es auch eine Vielzahl verschiedener Ursachen für Beschwerden und Schmerzen im Fußgelenk. Diese können sowohl im oberen und unteren Sprunggelenk auftreten als auch an den Bändern und Muskeln.

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Am weitesten verbreitet sind Sprunggelenkschmerzen nach Umknickverletzungen in Folge von Unfällen und zu starker, dauerhafter Belastung. Vor allem beim Laufen oder bei Sportarten wie Fußball, Handball oder Volleyball ist das Gelenk besonders gefährdet. Aber auch in ganz normalen Alltagssituationen kann es schnell passieren, dass man in einem unachtsamen Moment den Fuß seitlich umknickt und damit überstreckt.

Die beim Umknicken überdehnten Bänder werden in ihrer inneren Struktur geschädigt oder reißen. Es kommt zu Verstauchungen, Zerrungen, Bänderdehnungen oder einem Bänderriss.

Weitere mögliche Ursachen für Schmerzen im Fußgelenk sind:

  • Fraktur des Sprunggelenks (Bruch des Innen- und/oder Außenknöchels am Fuß)
  • Sprunggelenksarthrose
  • Arthritis (Entzündung im Gelenk)
  • Angeborene Bänderschwäche am Sprunggelenk
  • Knick-Senkfuß
  • Fehlstellung des Fersenbeins
  • Einklemmungen von Nerven

Fuß umgeknickt: Erste Hilfe und Pech-Regel

Ist man mit dem Fuß umgeknickt, kann es zu Verletzungen an den Bändern und damit einhergehenden Wassereinlagerungen und Blutergüssen (Hämatomen) kommen. Diese wiederum führen zu Schwellungen des Fußes und stechenden Schmerzen beim Auftreten.

Für die unmittelbare Versorgung einer solchen Verletzung wird in den meisten Fällen die PECH-Regel angewendet:

  • P wie Pause

Besonders wichtig ist es, bei einer Bänderdehnung das betroffene Gelenk schon unmittelbar nach der Verletzung zu schonen und zunächst nicht weiter zu belasten. Selbst wenn Sie anfangs keine starken Schmerzen spüren, sollte das Gelenk bei Verdacht auf eine Bänderverletzung unbedingt sofort entlastet werden. Denn ist die Überdehnung beispielsweise beim Sport passiert und Sie machen weiter als sei nichts geschehen, riskieren Sie eine Verschlimmerung der Verletzung – so kann aus einer Bänderdehnung schnell ein Bänderanriss oder gar -riss werden. Zusätzlich beschleunigt eine Schonung des betroffenen Gelenkes den gesamten Heilungsprozess: Unsere Bänder sind normalerweise wellenförmig angeordnet. Bei einer Bänderdehnung geht diese natürliche Form jedoch verloren – durch genügend Ruhe wird sie zurückerlangt. Wird das Gelenk weiter voll belastet, können sich die Symptome sich hingegen verstärken.

  • E wie Eis

Außerdem empfiehlt es sich, eine Bänderdehnung direkt nach der Verletzung für etwa 15 bis 20 Minuten mit Kühlpacks oder kaltem Wasser zu kühlen. Dadurch werden zum einen die Schmerzen gelindert – zum anderen kann durch das Kühlen ein übermäßig starkes Anschwellen des Gelenks verhindert werden.

  • C wie Compression

Auch ein Kompressionsverband hilft dabei, die Schwellung des betroffenen Gelenkes möglichst gering zu halten. Denn das Kühlen führt dazu, dass die entsprechende Stelle anschließend stärker durchblutet wird. Ohne den Druck eines Kompressionsverbands könnte diese Durchblutung die Schwellung jedoch verstärken. Deshalb empfiehlt es sich nach Möglichkeit immer eine Kombination aus Kompressionsverband und Kühlung anzuwenden.

  • H wie Hochlagern

Haben Sie sich eine Bänderdehnung im Sprunggelenk oder dem Knie zugezogen, sollten Sie das betroffene Bein zudem so häufig wie möglich hochlagern. Auch so wirken Sie einer übermäßigen Schwellung des Gelenks entgegen.

Schwillt der Fuß stark an und schmerzt, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

Die Sprunggelenkorthese – bei diesen Beschwerden hilft sie

In den meisten Fällen erfordern stärkere Umknickverletzungen, wie zum Beispiel ein Bänderriss oder Außenbandrupturen am Sprunggelenk, das Tragen einer Sprunggelenkorthese. Außerdem wird dieses Hilfsmittel teilweise bei Erkrankungen wie Sprunggelenksarthrose verwendet.

Orthesen sind medizinische Hilfsmittel, die vom Arzt bei Verletzungen bzw. Erkrankungen verordnet werden können und im Sanitätshaus erhältlich sind. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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Die Sprunggelenkorthese wird zusammen mit dem Experten im Sanitätsfachhandelausgesucht und angepasst. Sie kann im Schuh getragen und vom Patienten im Alltag selbst angelegt werden.

Sprunggelenkorthesen werden verwendet bei:

  • Kapsel- und Bandverletzungen des oberen Sprunggelenks (u.a. Bänderriss)
  • Bänderschwäche
  • Arthrose im Sprunggelenk
  • Weichteilverletzungen
  • akuten entzündlichen und chronischen Ödemen
  • nach Operationen am Gelenk

Darum braucht man eine Sprunggelenkorthese –

8 gute Gründe

Die Verwendung einer Sprunggelenkorthese kann aus mehreren Gründen bei einer Verletzung oder Erkrankung des Fußgelenks aus therapeutischer Sicht sinnvoll sein:

1. Fixierung, um Gelenk ruhig zu stellen

Direkt nach einer Verletzung, aber auch im weiteren Therapieverlauf, sollte das betroffene Fußgelenk durch eine fixierende Orthese ruhiggestellt werden. So können sich die Beschwerden nicht verschlimmern und etwaige Bänderverletzungen in Ruhe und ohne belastet zu werden ausheilen.

2. Stabilisierung des Fußgelenks

In erster Linie soll die Orthese das instabile Sprunggelenk, insbesondere den äußeren Kapselbandapparat des oberen Sprunggelenks, stabilisieren. Dadurch bekommt das Gelenk einen sicheren Halt und wird vor (nochmaligem) seitlichem Umknicken geschützt. Wird das Gelenk nicht konsequent stabilisiert, kann es zu einer dauerhaften Gelenkinstabilität kommen.

3. Entlastung zur Linderung der Schmerzen

Aufgrund ihrer Mechanik kann die Orthese einen stabilen Kraftschluss um das Fußgelenk bilden und dieses dadurch maßgeblich entlasten. So werden die Schmerzen gelindert und Fehlbewegungen vermieden.

4. Schutz vor Schonhaltung

Um weitere Schmerzen am Fußgelenk zu vermeiden, nehmen viele Patienten unbewusst eine (meist unnatürliche) Schonhaltung ein. Wird diese über eine längere Zeit beibehalten, kann es zu Verspannungen, Durchblutungsstörungen und späteren Folgeschäden kommen. Das Tragen einer Orthese schützt vor etwaigen Schonhaltungen, indem das Sprunggelenk in seiner natürlichen Position gehalten wird.

5. Das Gefühl der Sicherheit

Gerade in der Anfangszeit nach einer Verletzung, aber auch bei bereits abgeklungenen Schmerzen, ist der Einsatz einer Orthese auch aus psychologischer Sicht zu empfehlen. Der Patient tritt in der Regel mit dem Fuß noch sehr zaghaft und vorsichtig auf. Durch eine, das Gelenk stabilisierende und stützende Orthese bekommt er ein Gefühl der Sicherheit.

6. Schnelleres Ausheilen – frühere Belastung

Durch das Tragen einer Sprunggelenkorthese kann sich das verletzte oder erkrankte Gelenk bzw. können sich die Bänder wesentlich schneller wieder erholen und die Verletzung ausheilen. Dementsprechend früher ist das Fußgelenk wieder belastbar.

7. Sprunggelenksarthrose vorbeugen

Außenbandrupturen können auch Auslöser für eine Sprunggelenksarthrose sein. Durch die Verwendung einer Orthese wird einer schlechteren Verheilung von Verletzungen an den Außenbändern vorgebeugt und damit gleichzeitig das Risiko für eine mögliche Arthrose gemindert.

8. Verletzungen vorbeugen

Das Tragen einer Sprunggelenkorthese kann unter gewissen Umständen auch als verletzungsvorbeugende Maßnahme sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn eine angeborene Bänderschwäche vorliegt oder bei das Sprunggelenk stark belastende Sportarten. In diesen Fällen kann die gelenkstabilisierende Orthese ein Umknicken und daraus resultierende Verletzungen verhindern.

Fazit: Warum eine Orthese bei Schmerzen im Sprunggelenk hilft

Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk in unserem Körper. Dementsprechend oft kommt es dort bei vielen Menschen zu Beschwerden und Problemen. An erster Stelle stehen dabei Verletzungen nach dem Umknicken, wie zum Beispiel Bänderrisse.

Um weiteren Schmerzen vorzubeugen und damit die entstandenen Verletzungen ausheilen können, wird oft das Tragen einer Sprunggelenkorthese empfohlen. Die Orthese stabilisiert das Gelenk, stellt es ruhig und entlastet es. Schmerzen können so gelindert und Fehlbelastungen sowie Folgeschäden (wie zum Beispiel Sprunggelenksarthrose) verhindert werden.

Eine Sprunggelenkorthese wird nach vorheriger Untersuchung vom Arzt verschrieben und ist im Sanitätshaus erhältlich. Die Kosten werden in der Regel nach Vorlage eines Rezepts von den Krankenkassen übernommen.

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