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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Lars Neumann am 17. März 2017

Karpaltunnelsyndrom: Was Schiene und Übungen bewirken

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Unsere Hand ist ziemlich komplex aufgebaut: 27 Knochen, 36 Gelenke und 43 Muskeln sind nötig, damit wir greifen, schreiben, zudrücken oder Klavier spielen können. Schmerzen an der Hand sind somit besonders unangenehm. Ursache kann ein Karpaltunnelsyndrom sein. Was hilft Ihnen dann?

 Im Alltag brauchen wir unsere Finger ständig. Es ist uns so vertraut, alles mit unseren Händen zu erledigen, dass Überlastungen der Gliedmaßen erst auffallen, wenn sich Schmerzen einstellen.

Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom: von Arthrose bis Überlastung

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS, auch Carpaltunnelsyndrom genannt) gehört zu den Folgeerkrankungen, die durch zu hohe Belastung entstehen können. Doch das ist nur ein Grund für die Pein im Handgelenk.

Weitere können sein:

  • ein von Geburt an vorliegender anatomischer Engpass im Handwurzelbereich
  • Sehnenscheidenschwellungen (ausgelöst u.a. durch rheumatische Krankheitsbilder, Schwangerschaft oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus)
  • Arthrose im Handgelenk
  • nach Brüchen der Handwurzelknochen, die bei der Heilung mehr Raum einnehmen
  • beruflich bedingte Überlastungen des Handgelenkes (starkes Abknicken)

Betroffen sind vorrangig Frauen, sogar drei- bis viermal häufiger als Männer. Auch ein fortschreitendes Alter spielt eine Rolle.  

Was ist das Karpaltunnelsyndrom? So entsteht es

Um zu erklären, wie sich das KTS äußert, muss man wissen, wie es entsteht. Unsere Hand ist an der Handwurzel von drei Seiten von Knochen umgeben. An der Innenseite befindet sich jedoch ein starkes, elastisches Band, das Karpalband (Ligamentum carpi transversum), welches den sogenannten Karpaltunnel darunter bedeckt. Durch diesen Kanal verlaufen Sehnen und der wichtige Mittelnerv (Nervus medianus), die für die Beweglichkeit und Reizübertragung der ersten drei Finger sorgen.

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Hat der Nervenstrang zu wenig Platz oder wird anderweitig geschädigt, steigt der Druck darauf. Der Nerv wird regelrecht eingeklemmt. Auch die umgebenden Blutgefäße werden gedrückt und damit nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Die Folge: Der Nerv und damit die ganze Hand sind in der Funktion beeinträchtigt.

Symptome des Karpaltunnelsyndroms: Schmerzen und Taubheit

Wird der wichtige Mittelnerv abgeklemmt, kommt es zunächst zu Taubheitsgefühlen, Krämpfen oder einem Kribbeln in der Hand. Das Gefühl der eingeschlafenen Hand hat wohl jeder schon einmal erlebt, zum Beispiel nach einer langen Radtour, bei der die Handgelenke lange Zeit abgeknickt sind. Bei einem KTS häufen sich solche Empfindungen bzw. werden zum Dauerzustand.

Schreitet die Erkrankung fort, werden die Schmerzen stärker, die dann die ganze Hand bis in den Arm betreffen können, sich aber insbesondere auf den Daumenbereich konzentrieren. Besonders nachts verspüren die Betroffenen heftigen Schmerz, weil man unwillkürlich im Schlaf manchmal die Hände stark abknickt, wodurch der Nerv extrem abgeklemmt wird.

Langzeitfolgen sind Muskelabbau im Daumenballen und Kraftlosigkeit, hauptsächlich beim Greifen. Die Feinmotorik ist nur noch schwach ausgeprägt.

Behandlung des Karpaltunnelsyndroms: Schiene oder OP?

Das kommt ganz auch das Stadium der Erkrankung an. Je früher Sie mit der Behandlung des KTS beginnen, umso besser. Bemerken Sie also ungewöhnlich lange Taubheitsgefühle oder erste unerklärliche Schmerzen an der Hand, ist ein Arztbesuch anzuraten. Ein Neurologe kann mit dem Test der Nervenleitgeschwindigkeit feststellen, ob diese verzögert ist. Das ist beim Karpaltunnelsyndrom der Fall.

Liegt eine leichte Form vor, wird meist eine Schiene verschrieben, auch Karpal-Orthese genannt. Im Sanitätshaus werden Sie dazu ausführlich beraten und wir zeigen Ihnen, wie man die Schiene richtig anlegt. Sie dient der Ruhigstellung und wird vor allem nachts getragen. Hier ist es wichtig, konsequent zu sein! Tragen Sie die Orthese für das Handgelenk immer wie verordnet, damit die Therapie anschlagen kann. Tagsüber hilft meist eine Bandage, damit Sie weiterhin die Hand bewegen, aber nicht überlasten können.

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Ergänzend wird bei starken Schmerzen mit Medikamenten oder Salben gearbeitet, die die Entzündung des Nervs abklingen lassen.

Mögliche weitere Behandlungsmethoden sind Ultraschall, Kinesio-Tape und Akupunktur.    

Bei schweren Krankheitsverläufen – wenn beispielsweise das Zugreifen gar nicht mehr möglich ist – kann eine Operation am Handgelenk Erleichterung verschaffen. Hierbei sollten Sie wissen, dass Sie nach der OP Ihrer Hand für einige Wochen ausreichend Ruhe gönnen müssen. Übrigens kommen dafür auch Handgelenksorthesen zum Einsatz.

Kann ich einem Karpaltunnelsyndrom vorbeugen?

Zumindest können Sie darauf achten, eine Überbelastung zu vermeiden – mit diesen Tipps:

  • Bei einseitigen, schweren Anstrengungen (zum Beispiel in Handwerksberufen) öfter eine kleine Pause einlegen.
  • Abends zur Entspannung einen Gummiball kneten oder rollen, was die Handmuskulatur stärkt.
  • Durchblutungsfördernde Salben oder Massagen anwenden.
  • Mit Kälte (bei Entzündungen) oder Wärme (bei Verspannungen) Beschwerden lindern.

Fazit zum Karpaltunnelsyndrom

Haben Sie öfter Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln in der Hand? Stellen sich gar unerklärliche Schmerzen ein? Das können Anzeichen für ein Karpaltunnelsyndrom sein, welches von einem eingeklemmten Nerv an Handwurzelballen herrührt. Oft ist Überbelastung eine Ursache.

Je früher man mit der Behandlung beginnt, desto aussichtsreicher ist die Therapie. Meist wird mit einer Schiene (einer Handgelenksorthese) die Hand nachts ruhig gestellt (bei akuten Schmerzen ebenfalls tagsüber). Auch regelmäßige Übungen helfen bei Schmerzen in der Hand aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms.     

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