Welche Knieorthese hilft mir beim Kreuzbandriss?

PECH-Regel

Es ist der Dauerbrenner unter den Knieverletzungen: der Kreuzbandriss. In Verbindung mit einem Meniskusriss steht er unangefochten auf Platz 1. Was können Sie bei einem Kreuzbandriss tun? Wie heilt er am besten? Wie sieht die Behandlung aus?

Es knackt, knallt oder knirscht. Das Bein verdreht, abrupt gestoppt oder überdehnt. Und dann ist er da – ein Schaden im Knie, der Sie lange Zeit beschäftigen wird.

Es gibt inzwischen vielfältige moderne Therapiemöglichkeiten, die möglichst auf den Erhalt großer Teile der verletzten Region zielen, jedoch bleibt trotzdem eines festzuhalten: So stabil und beweglich wie vor einem Kreuzbandriss wird das Gelenk nie wieder. Und ein verletztes Kreuzband ist auch anfällig für eine Kniearthrose im späteren Leben.

Es ist somit wichtig, das Beste aus der Behandlung für das Knie herauszuholen. Das klappt vor allem mit einer Kombination aus Ruhe, Physiotherapie und einem guten Arzt. Als sehr hilfreich haben sich Knieschienen (Orthesen) erwiesen, die die einzelnen Schritte einer Therapie begleiten.

Ursachen der Kreuzbandruptur

Zunächst einmal: Was passiert bei einem Kreuzbandriss (auch Kreuzbandruptur genannt) und wie kommt er zustande? Dazu müssen wir einen Blick in ein Kniegelenk werfen. Es ist das größte und gleichzeitig komplizierteste Gelenk im menschlichen Körper.

Um das Knie stabil zu halten, ist es mit mehreren Bändern und Gelenken ausgestattet, die die Beweglichkeit sichern. Dazu gehören auch die beiden Kreuzbänder: das vordere Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und das hintere Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius).

Ihre Funktion ist, das Knie stabil zu halten bzw. das Gelenk bei jeder Bewegung zu führen, besonders bei der sogenannten Drehbewegung. Somit überstrecken wir das Bein nicht oder die Gelenke rutschen weg – die Kreuzbänder bewirken die Rotationsstabilisierung.

Die meiste Arbeit dabei leistet das hintere Kreuzband, welches eine Belastung von rund 80 kg aushält. Umgeben sind die Kreuzbänder von den Mensiken, halbmondförmigen Knorpelscheiben im Knie, die wie Stoßdämpfer fungieren.

Wird nun das Knie zu stark belastet, kann es zu einer Zerrung, einer Verstauchung sowie einem teilweisen oder kompletten Riss der Kreuzbänder kommen. In der Mehrzahl ist es das vordere Kreuzband, was der Überbeanspruchung nicht standhält.

Ursachen für ein Kreuzbandriss sind vor allem Sportunfälle, wobei Sportarten wie Tennis, Fußball oder Skifahren ein hohes Verletzungsrisiko darstellen. Hier geht es oft um abrupte Richtungswechsel oder ein heftiges Stoppen in der Bewegung, was zu einer großen Belastung des Kniegelenks beiträgt.

Die Symptome: Wie erkennt man einen Kreuzbandriss?

Ein erster Hinweis ist ein unangenehmes Geräusch bei der Verletzung selbst. Oft folgen dann eine Schwellung und Schmerzen im Kniegelenk.

Der Arzt kann mit dem Schubladentest feststellen, ob das Kreuzband gerissen ist: Lässt sich der gebeugte Unterschenkel wie eine Schublade etwa zwei Zentimeter nach vorn ziehen, ist dies ein deutliches Zeichen für ein defektes vorderes Kreuzband; ist ein Verschieben nach hinten möglich, ist das hintere Kreuzband betroffen.

Um ganz sicher zu gehen, ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll, auf der die Ruptur der Bänder gut zu sehen ist.

Wie erfolgt die Behandlung eines Kreuzbandrisses?

Direkt nach der Verletzung kommt als Erste Hilfe die PECH-Regel ins Spiel, die aus den vier Schritten Pause, Eis zur Kühlung, Compression (Druckverband) und Hochlagern besteht.

PECH-Regel

Die Heilung verläuft unterschiedlich. Das hintere Kreuzband heilt in der Regel schneller, manchmal auch ohne spezielle Therapie, weil es besser durchblutet ist. Probleme bereitet dagegen das vordere Kreuzband, das bei einer Ruptur häufig operiert werden muss.

Konservative Therapie der Kreuzbandruptur

Geduld muss man mitbringen, wenn man ohne operativen Eingriff seinen Kreuzbandriss therapieren möchte. Je  nach Schwere der Verletzung und auch danach, welches Kreuzband nun verletzt ist, kann eine Schonung von mehreren Wochen ratsam sein.

Stabilisiert wird das Knie in dieser Zeit mit einer Orthese – einer Knieschiene. Diese ist ungemein wichtig, um Gelenke und Bänder an den richtigen Stellen im Knie zu halten, so dass alles passend zusammenwächst.

Sie dient aber auch dazu, dem Bein überhaupt Stabilität zu geben, damit man am alltäglichen Leben teilnehmen kann.

Unser Tipp: Eine Knieschiene muss perfekt auf den Patienten angepasst sein. Jeder Mensch ist anders gebaut, weshalb die Orthese flexibel einstellbar sein sollte. Je besser sie sitzt, umso besser wird der Therapieerfolg für Ihr Knie sein.

Eingesetzt werden in der Behandlung Hartrahmenorthesen oder Softorthesen. Im Sanitätshaus beraten wir Sie gern, welche Schiene die richtige bei einer Kreuzbandruptur für Sie ist.

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Im Laufe der Behandlung beginnt dann nach Absprache mit Ihrem Orthopäden die Physiotherapie, in der Sie lernen, Ihr Knie wieder zu belasten, um möglichst die alte Beweglichkeit zu erreichen.

Operation bei Kreuzbandriss

Wie oben erwähnt: Das weniger gut durchblutete vordere Kreuzband heilt von allein nicht so gut zusammen. Eine OP ist dann das Mittel der Wahl. Bei einem Anriss wird das Kreuzband wieder genäht.

Auch bei einer kompletten Ruptur wird dies bevorzugt, ist das nicht möglich, setzt der Arzt einen Kreuzbandersatz aus körpereigenem Gewebe ein, der dann die Funktion des gerissenen Bandes übernimmt.

Auch hier schließt sich eine Physiotherapie an, um das Knie wieder stabil und flexibel zu machen. Zum Einsatz kommt dabei die Knieschiene, die z.B. eine Überstreckung verhindert und das Knie im richtigen Beugewinkel trainiert. Bis zu sechs Wochen nach der OP kann die Orthese beste Dienste bei der Heilung und im Reha-Sport leisten.

Was können Sie tun, um die Reha des Knies zu unterstützen?

  • nicht zu schnell zu viel wollen: Belastung langsam steigern
  • umliegende Muskulatur in das Training mit einbeziehen, z.B. die Oberschenkel
  • geeignete Sportarten zur Kräftigung wählen, z.B. Aqua-Jogging
  • gesunde Ernährung, um nicht das Körpergewicht zu erhöhen
  • geduldig sein: eine Reha kann bis zur vollständigen Heilung neun Monate dauern

Fazit zum Kreuzbandriss

Er ist die Nr. 1 der Sportverletzungen am Knie, kann schmerzhaft und langwierig sein. Doch in der Regel ist ein Kreuzbandriss gut behandelbar. Unmittelbar nach dem Auftreten der Verletzung heißt es Schonung und Kühlung.

Die Behandlung der Kreuzbandruptur kann mit oder ohne OP erfolgen, sie wird immer von umfangreichen Physiotherapiemaßnahmen begleitet sein. Während dieser Zeit hilft eine Knieschiene bzw. Knieorthese, die Bänder und Gelenke stabil zu halten, damit alles wieder gut zusammenwachsen kann.

Informieren Sie sich dazu im Fachhandel, welche Orthese die passende für Ihre Verletzung ist und mit welcher Sie die besten Heilungschancen haben.

Sie möchten noch Fragen zum Kreuzbandriss stellen? Kommentieren Sie uns gern!

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