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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Sylvia Neumann am 7. August 2019

Arthritis im Finger: Was hilft gegen die Entzündung?

Arthritis

Schmerzen in den Fingern, Rötungen, eingeschränkte Bewegungen – typische Symptome für Arthritis. Diese Form der Entzündung kann jedes Gelenk betreffen. Woran erkennen Sie Arthritis? Was ist der Unterschied zur Arthrose? Und wie können Sie die Schmerzen im Alltag erträglicher machen? Hier erfahren Sie es.

Besonders in den Fingern kann Arthritis den Alltag erschweren. Deshalb finden Sie in diesem Beitrag neben nützlicher Infos auch schmerzlindernde Übungen, die Sie selbst durchführen können.

Arthritis – Was ist das?

Bei Arthritis handelt es sich um eine Entzündung der Gelenke. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: Arthron bedeutet Gelenk und “-itis” ist die medizinische Endung bei entzündlichen Erkrankungen. Arthritis ist eine typische Alterserscheinung.

Es wird unterschieden in verschiedene Formen der Arthritis – abhängig davon, wie viele Gelenke von der Entzündung betroffen sind:

  • Bei der Monoarthritis handelt es sich um eine Form, bei der nur ein Gelenk entzündet ist.
  • Bei der Oligoarthritis sind wenige Gelenke betroffen, meist zwei bis drei.

Bei der Polyarthritis sind viele Gelenke von der Entzündung betroffen, meist Finger, Hände und Zehen.

Verlauf der Arthritis

Eine Arthritis kann unterschiedlich verlaufen. Entweder tritt sie akut auf, also innerhalb eines kurzen Zeitraums sehr stark. Oder sie verläuft schubweise, sodass es länger dauert, bis das Gelenk komplett entzündet ist. In diesem Fall passiert es häufig, dass die Beschwerden immer mal wieder nachlassen, dann jedoch wieder stärker werden. 

Halten die Beschwerden länger als sechs Wochen an, ist die Rede von einer chronischen Arthritis. Das bedeutet: Die Entzündung in den Fingern wird sehr wahrscheinlich nicht mehr zurückgehen. In jedem Fall ist eine gezielte Therapie sinnvoll, um die Schmerzen so erträglich wie möglich zu machen (hierzu mehr im Folgenden). Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, an welchen Symptomen Sie die Arthritis im Finger erkennen.

Die Arthritis-Symptome: So macht sich die Entzündung bemerkbar

Entzündungen in den Gelenken weisen häufig ein oder mehrere eindeutige Anzeichen auf. Mediziner sprechen hier von sogenannten “Kardinalzeichen”. Bei einer Arthritis zeigen sich in der Regel alle fünf Kardinalzeichen:

  • Schmerzen,
  • Rötungen,
  • Überwärmung (das Gelenk fühlt sich heiß an),
  • Schwellungen und
  • eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten.

Rheumatoide Arthritis

Häufig werden Arthritis-Erkrankungen als “rheumatisch” bezeichnet. Der Grund ist die Ähnlichkeit der Schmerzen bei klassischem Rheuma und Arthritis. Der Begriff “Rheuma” stammt ebenfalls aus dem Griechischen und bedeutet “Strömung” oder “Fluss”. Die Schmerzen, die bei dieser Erkrankung auftreten, beschreiben viele Patienten als fließend, reißend und ziehend. Außerdem treten – wie bei der Arthritis – Bewegungseinschränkungen auf.

Die rheumatoide Arthritis ist die Form der Gelenkentzündung, die weltweit am häufigsten auftritt. Sie wird auch als chronische Polyarthritis bezeichnet und beschreibt damit, dass die Entzündung mehrerer Gelenke in den Händen und den Füßen nicht mehr heilbar ist.

Die Ursachen: Woher kommt die Arthritis im Finger?

Für eine Arthritis gibt es nicht “die eine” Ursache. Entzündungen in den Gelenken können aus verschiedenen Gründen auftreten, welche in vier systematische Hauptgruppen unterteilt werden. Die erste davon ist die degenerative, also verschleißbedingte, rheumatische Erkrankung – die Arthrose aus welcher die Arthritis entsteht.

Des Weiteren gibt es die infektiöse rheumatische Erkrankung, die durch Bakterien und / oder andere Erreger ausgelöst werden kann. Hier handelt es sich um eine Gelenkinfektion oder auch infektiöse Arthritis

Eine weitere Hauptgruppe bilden die rheumatischen Beschwerden, die durch Stoffwechselerkrankungen auftreten können. Dies kann zum Beispiel bei Gicht oder der Eisenspeicherkrankheit der Fall sein.

Zuletzt gibt es die autoimmunbedingten rheumatischen Erkrankungen, wie die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis), Morbus Bechterew, Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis), reaktive Arthritis, Kinderrheuma, Bindegewebserkrankungen und Gefäßentzündungen.

Arthritis oder Arthrose im Finger? Das ist der Unterschied

Sowohl bei der Arthritis als auch bei der Arthrose handelt es sich um eine Erkrankung der Gelenke. Der Unterschied ist der folgende: Bei der Arthrose verschleißen der Knorpel und/oder Knochen im Gelenk, wodurch Schmerzen auftreten, also ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit besteht. Bei der Arthritis ist die Entzündung der Grund für den Schmerz und kein Verschleiß des Knorpel oder Knochens..

Die Arthrose macht sich außerdem durch andere Symptome bemerkbar:

  • spannende Schmerzen und Anlaufschmerzen,
  • steifes Gefühl im Gelenk,
  • Reibegeräusche und
  • eventuelle Verformung des Gelenks.

Anders als bei der Arthritis hat das betroffene Gelenk bei der Arthrose normale Körpertemperatur. Außerdem sind von außen keine Schwellungen oder Rötungen sichtbar. Es gibt jedoch auch Formen der Arthrose, bei der die Symptome gleich sind wie bei der Arthritis: die sogenannte aktivierte Arthrose. Hier liegt ebenfalls eine Entzündung vor.

Ernährung und Therapie: Was hilft gegen die Gelenkschmerzen im Finger?

Nicht jede Arthritis lässt sich gleich behandeln. Welche Therapiemaßnahmen und Medikamente
eingesetzt werden, hängt immer von der Diagnose und den individuellen körperlichen Voraussetzungen des
Patienten ab.

Grundsätzlich kann Bewegungs- und Physiotherapie, Einnahme von Medikamenten (beispielsweise Antibiotika oder Kortison), Spülung oder Drainage (also die Ableitung von Flüssigkeiten über ein Röhrchen oder Schlauch) und eine Ernährungsumstellung Teil der Therapie sein.

Zur medikamentösen Therapie bei Arthritis im Finger gehören besonders schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel. Bei einer bakteriellen Infektion wird zusätzlich mit Antibiotika behandelt, um die Ursache zu stoppen.

Arthritis und Ernährung

Eine Ernährungsumstellung kann helfen, die Symptome der Arthritis so schwach wie möglich zu halten. Es gibt jedoch keine spezielle “Arthritis Diät”. Wichtig ist, dass Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Hierzu gehört:

  • Fügen Sie Ihrer Ernährung überwiegend pflanzliche Öle oder Kaltwasserfische hinzu, da sie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten.
  • Bevorzugen Sie grundsätzlich mehr pflanzliche als tierische Produkte.
  • Ernähren Sie sich möglichst vollwertig, das heißt, überwiegend mit Vollkornprodukten, naturbelassenen Ölen, viel Gemüse, Obst, Nüsse und Samen.

Tipp: Diese Übungen helfen gegen die Arthritis Symptome!

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen ein paar Übungen mit auf den Weg geben, die die Schmerzen durch die Arthritis im Alltag erträglicher machen. Diese Übungen können Sie jederzeit durchführen, wenn Ihnen danach ist. 

Übung 1: Sie strecken Ihre Hand aus und bewegen den Daumen an der Handfläche entlang in Richtung des kleines Fingers. Wenn Sie können, halten Sie diese Position für ein paar Sekunden. Dann wiederholen Sie die Übung zehnmal und auch mit der anderen Hand.

Arthritis Übung

Übung 2: Sie strecken zunächst den Arm aus. Dann ballen Sie die Hand langsam zu einer Faust, wobei Sie den Daumen auf dem Zeigefinger platzieren. Achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben. Auch diese Übung wiederholen Sie zehnmal mit beiden Händen.

Arthritis Übung

Übung 3: Sie halten Ihre Hand so, dass sie mit der Innenfläche nach oben zeigt. Dann führen Sie die Fingerspitzen ganz langsam zum Daumen, sodass sich ein “O” bildet. Wiederholen Sie diese Übung mit beiden Händen zehnmal.

Arthritis Übung

Fazit zur Arthritis im Finger

Eine typische Alterserscheinung ist die Arthritis, eine Entzündung der Gelenke. Besonders Arthritis im Finger kann sich auf den Alltag auswirken und ist für viele Patienten deshalb sehr lästig. Wichtig ist, dass nach der entsprechenden Diagnose eine gezielte Therapie angesetzt wird und mit Bewegungsübungen sowie Physiotherapie die Schmerzen gelindert werden.

Aus dem Sanitätshaus erhalten Sie außerdem geeignete Hilfsmittel: Orthesen und orthopädische Hilfsmittel, Rollatoren, Unterarmgehstützen, Toilettensitzerhöhungen, Strumpfanzieher, Hilfsmittel zur Sturzprävention und viele mehr helfen bei Arthritis und Arthrose, den Alltag zu bewältigen. Gerne stehen wir Ihnen bei einem Beratungstermin zur Seite.

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