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Gesundheitswissen kompakt

Blickpunkt Pflege –Tipps und Unterstützung für Sie

Geschrieben von Marius Langowski am 22. März 2016

Endlich wieder gehen können: Elektrische Impulse gegen Fußheberschwäche

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Wenn jeder Schritt zur Stolperfalle wird und das Gehen höchste Konzentration erfordert, dann machen viele Aktivitäten im Alltag Mühe. Grund für das unrunde Laufen ist in vielen Fällen eine Fußheberschwäche (Lähmung des Nervus peroneus/fibularis profundus). Doch einer großen Anzahl von Patienten kann mit der funktionellen Elektrostimulation (FES) geholfen werden, wieder gut zu Fuß zu sein.

Ursachen der Fußheberschwäche

Die Entstehung einer Fußheberschwäche, auch Fallfuß genannt, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Ursache ist jedoch eine Schädigung des Peroneus-Nervs, der für das Anheben der Füße verantwortlich ist. Die häufigsten Auslöser und Erkrankungen sind:

  • Bandscheiben-Vorfälle
  • Folge nach einem Schlaganfall
  • Symptom einer Multiplen Sklerose
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • andere neurologische Erkrankungen
  • Unfälle (heftige Stürze oder Stöße)
  • Folgen einer Operation, beispielsweise am Knie

Was sind die Anzeichen einer Fußheberschwäche?

Geht der Mensch normal, setzt er den Fuß zunächst mit der Ferse auf und rollt dann nach vorn über die Zehen ab und während sich der Fuß in der Luft befindet, wird die Fußspitze angehoben. Bei einer Fußheberschwäche funktioniert dieser automatische Ablauf so nicht mehr. Die Patienten setzen mit der kompletten Sohle oder der Außenkante des Fußes auf oder – was noch häufiger vorkommt – es wird nur der Vorderfuß benutzt.

Während der Schwungphase fällt die Fußspitze nach unten und kann an Teppichkanten oder kleinen Unebenheiten hängen bleiben. Dadurch kann es zu Stürzen kommen Möglich ist auch aufgrund von Spastiken ein Verkrampfen (Krallen) der Zehen.

Im späteren Verlauf kommt es zum so genannten Steppergang, bei dem die Person nur noch auf dem spitzen Vorderfuß geht. Auch ein Klumpfuß kann sich durch die einseitige Belastung so entwickeln. Insgesamt ist das Gangbild unausgeglichen und ein Laufen ohne Hilfsmittel kaum noch möglich.

Schmerzen im Nervus Peroneus

Da der Nervus Peroneus gelähmt ist, verursacht das bei vielen Menschen in den Unterschenkeln und im Fußbereich – gerade im Fußrücken – Schmerzen bzw. ein unangenehmes Kribbeln. Auch betroffen sind die Fußaußensohle und die Fußsohle.

Die Auswirkungen der Nervenlähmung: Schmerzen und Unbeweglichkeit

Weil der Fuß während des Schwingens nach vorn nicht mehr angehoben werden kann, kommt es zu einer funktionellen Beinverlängerung, weswegen das Bein kreisend seitlich über die Hüfte gedreht werden muss (Zirkumduktion). Die Folge: Hüft-, Becken- und Rückenschmerzen.

Das Gehen wird zur Konzentrationsübung, jeder Stein, jede Fahrbahnkante, jede Unebenheit dabei zu einer Stolper-Gefahr. Auf Dauer verkümmern die Muskeln in Füßen und Waden, was eine Rehabilitation immer schwerer macht und die Menschen erheblich in ihren Aktivitäten einschränkt.

Welche Therapie hilft wirklich bei Fußheberschwäche?

Natürlich kommt es immer auf die jeweilige Ausprägung der Erkrankung an, welche Therapie nun die individuell geeignete ist. Generell ist es wichtig zu beachten, dass man den Nerv nicht komplett heilen, sondern nur positiv beeinflussen kann. Der Wunsch der betroffenen Menschen ist ja nicht das Arrangieren mit der Mobilitätseinschränkung, sondern die Verbesserung des Zustandes.

Befindet sich die Fußheberschwäche erst im Anfangsstadium, helfen Übungen, die man schnell zu Hause durchführen kann. Aber: Haben Sie Geduld! Durch die Übungen werden die Muskeln und die Nerven bzw. das Gefühl im Fuß gestärkt. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern nur mit kontinuierlichem Training. Hierbei handelt es sich nur um Vorschläge von Übungen, die Sie im Einzelfall mit Ihrem Physiotherapeuten besprechen sollten.

  1. Legen Sie sich flach auf den Boden (Beine ausgestreckt) und ziehen die Füße Richtung Körper. Wiederholen Sie das mehrmals und mit beiden Füßen gleichzeitig.
  2. Um das Gespür im Fuß zu verbessern, sollten Sie versuchen leichte Gegenstände wie zum Beispiel eine Socke mit dem Fuß aufzuheben. Nach möglichen ersten Fehlversuchen werden Sie eine Verbesserung feststellen. Auch hier brauchen Sie vor allem Geduld.
  3. Versuchen Sie, so oft es möglich ist, auf Zehenspitzen zu laufen. Fühlen Sie sich noch zu unsicher bei der Übung, lehnen Sie sich gegen eine Wand und versuchen die Übung im Stehen. Je höher Sie dabei die Ferse bringen, desto besser.

Klassische Orthesen wie der “Heidelberger Winkel” helfen nicht bei allen Patienten. Auch eine Operation bringt nicht immer den gewünschten Erfolg, bzw. ist auch manchmal gar nicht möglich, beispielsweise bei Patienten in hohem Alter. Zudem kann die Ursache der Lähmung nicht immer operativ behoben werden.

Was jedoch eine enorme Wirkung zeigt, ist die funktionelle Elektrostimulation (FES), die bereits seit Jahrzehnten in der Medizin eingesetzt wird.

Funktionelle Elektrostimulation – was ist das?

Bei der FES geht es um die Nervenstimulation: Elektrische Impulse werden an bestimmte Nervenbahnen geleitet, die dadurch zur Aktivität gereizt werden. Damit verfolgt man gleich zwei Therapieziele: Erstens wird der Patient wieder mobil, weil die motorische Funktion erneuert wird. Zweitens trainiert man damit das zentrale Nervensystem, welches dann eigenständig den gewünschten Muskel ansteuert.

Bei den Symptomen der Fußheberschwäche hat sich der Muskelschrittmacher MyGait als sehr wertvolles Hilfsmittel erwiesen. Er kann vom Orthopädietechniker im Sanitätshaus so angepasst und eingestellt werden, dass er bei Gangstörungen eine immense Verbesserung erzielt.

So funktioniert der MyGait Muskelschrittmacher

Der Oberflächenstimulator kann Stürze, resultierend aus FES, verhindern. Er besteht aus der Manschette mit Elektroden, die elektrische Impulse sendet und unterhalb des Knies getragen wird. Zudem ist dort auch ein Impuls-Empfänger integriert.

Verbunden ist das Ganze mit einemFersenschalter , der ebenfalls Impulse sendet. Dieser erkennt, wenn die Ferse vom Boden gelöst wird und sendet ein Signal. Die Elektroden stimulieren den Nerv. Damit wird sicher gestellt, dass sich der Fuß genau im richtigen Moment hebt oder wieder absenkt.

MyGait wird individuell auf die Gangparameter des Patienten eingestellt. Damit schleift die Fußspitze nicht mehr über den Boden und die Sturzgefahr ist minimiert. In Verbindung mit einer Therapie und mit regelmäßiger Übung ist es möglich, ein Gangbild zu erreichen, das nahezu natürlich wirkt.

Möglich ist durch den Stimulator zudem, weitere Muskelgruppen zu reizen, wie beispielsweise im Knie, was die Beweglichkeit weiter verbessert.

Vorteile der FES zusammengefasst

  • Sturzgefahr wird gemindert
  • Gehgeschwindigkeit wird erhöht
  • Muskelathrophie wird reduziert
  • Selbstständigkeit wird erhöht

Bei diesen Erkrankungen kann MyGait helfen

  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Zerebralparese (infantil)
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • inkomplette Wirbelsäulenverletzung

Sie sollten jedoch unbedingt Ihren Arzt und Ihr Sanitätshaus dazu konsultieren, ob der Muskelschrittmacher für Ihre Situation das richtige Hilfsmittel ist und welche Einstellungen daran vorgenommen werden müssen.

Fazit zur Fußheberschwäche

Die Fußheberschwäche ist eine häufige Folge nach einem Schlaganfall oder einem Unfall mit inkompletter Querschnittslähmung. Plötzlich lässt sich der Fuß nicht mehr kontrolliert heben und senken, was zu Stürzen führen kann und die Beweglichkeit der Patienten stark einschränkt.

Helfen kann die funktionelle Elektrostimulation, bei der mit dem Muskelschrittmacher MyGait wieder ein fast natürliches Laufen möglich ist. Mittels Elektroden werden die beeinträchtigten Nerven im Bein stimuliert und das Gehen wird nicht mehr zur anstrengenden Konzentrationsübung. Ihr Sanitätshaus berät Sie gern ausführlich zu MyGait und dessen Einsatzmöglichkeiten.

Haben auch Sie mit einer Fußheberschwäche zu kämpfen? Welche Therapieformen haben Ihnen geholfen? Teilen Sie uns gern Ihre Erfahrungen mit!

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